BASF Aktie: Guidance auf 7,7 Milliarden angehoben

BASF übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen, steigert den Umsatz und stärkt mit Verkäufen sowie Investitionen seine Finanzbasis.

Die Kernpunkte:
  • Jahresprognose für EBITDA angehoben
  • Quartalsgewinn übertrifft Markterwartungen
  • Lackgeschäft für 7,7 Milliarden Euro verkauft
  • Neue Kapazitäten in China und Indien

BASF hatte Ende Juli seine Ergebnisprognose für 2026 nach oben korrigiert: Der Konzern erwartet nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro gegolten hatte. Der Free Cashflow bleibt mit 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro unverändert.

Grundlage für die angehobene Guidance waren vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal, die den Konsens deutlich übertrafen: Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 2,4 Milliarden Euro gegenüber erwarteten 2,1 Milliarden Euro und dem Vorjahreswert von 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, getragen von einem Preisanstieg um 11,5 Prozent und einem Mengenwachstum von 7,3 Prozent.

Die Aktie honoriert diese Entwicklung mit einem stabilen Aufwärtstrend. Sie notiert aktuell bei 53,58 Euro und liegt damit nur noch 2,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier um 21 Prozent zugelegt – ein Kursverlauf, der die operative Stärke des Konzerns widerspiegelt.

Strukturwandel treibt Ergebnis

Die verbesserte Profitabilität fällt in eine Phase, in der BASF sein Portfolio spürbar umbaut. Der Konzern hatte das Lackgeschäft vor über einem Monat für 7,7 Milliarden Euro an Carlyle verkauft und dabei einen Zahlungsmittelzufluss vor Steuern von 5,8 Milliarden Euro erzielt.

BASF hält an der ausgegliederten Sparte, die inzwischen unter dem Namen Surventis firmiert, noch eine Eigenkapitalbeteiligung von 40 Prozent. Der Erlös aus dieser Transaktion stärkt die Bilanz und schafft finanziellen Spielraum, während gleichzeitig operative Fortschritte in den verbliebenen Kerngeschäften das Ergebnis stützen.

Auch strukturell justiert der Konzern weiter: Im Mai unterzeichnete BASF eine Vereinbarung zum Verkauf des Silikatgeschäfts und zugehöriger Vermögenswerte am Standort Düsseldorf/Holthausen an PQ Corporation, der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Ende März hatte die Agrarsparte zudem die Übernahme von AgBiTech abgeschlossen.

Investitionen in Wachstumsmärkte

Parallel zum Portfolioumbau investiert BASF in neue Kapazitäten. Im März weihte der Konzern den neuen Verbund-Standort im chinesischen Zhanjiang offiziell ein – eine Investition von rund 8,7 Milliarden Euro, die pünktlich und im Budget realisiert wurde.

Der Standort ist mit einer Fläche von etwa vier Quadratkilometern, mehr als 2.000 Mitarbeitern und über 70 Produkten der siebte weltweite Verbund-Standort des Konzerns und rangiert nach Ludwigshafen und Antwerpen an dritter Stelle.

Im August folgte die Eröffnung eines neuen Performance Lab für Windeln und Superabsorber in Mumbai, das technische Services für globale Kunden im Hygienesegment bündelt. Diese Expansion in Asien unterstreicht, dass BASF sein Wachstum zunehmend außerhalb Europas sucht, während das laufende Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro – vor gut einer Woche gestartet – parallel den Aktionären zugutekommt.

Personalien im Aufsichtsrat

Auch personell bewegt sich einiges bei BASF. Im Mai rückten Mary Kurian und Livio Tedeschi in den Vorstand auf. Der Aufsichtsrat hatte zudem im Februar Mark Garrett zur Wahl als Anteilseignervertreter vorgeschlagen, der auf der Hauptversammlung am 30. April bestätigt wurde.

Anfang Mai erwarb Aufsichtsratsmitglied Kurt Bock im Rahmen eines Eigengeschäfts 2.330 BASF-Aktien zu einem Kurs von 53,63 Euro je Aktie – ein Signal des Vertrauens aus den eigenen Reihen, das zeitlich mit der positiven Ergebnisentwicklung zusammenfällt.

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