BASF Aktie: Handelsregistereintragung Anfang Juli

BASF treibt den Börsengang der Agrarsparte voran. Die operative Trennung läuft planmäßig, während der Chemiekonzern seine Sparziele übertrifft.

Die Kernpunkte:
  • Handelsregistereintragung für Juli erwartet
  • Agrarsparte als eigenständige Europäische AG
  • Kostenprogramm übertrifft ursprüngliche Ziele
  • Analysten uneins über Aktienkursentwicklung

Der Agrar-Börsengang rückt näher. BASF erwartet die Handelsregistereintragung für die ausgegliederte Sparte Agricultural Solutions bereits für Anfang Juli — ein konkreter Meilenstein auf dem Weg zum geplanten IPO bis Mitte 2027.

Die Hauptversammlung Ende April hat die Ausgliederung gebilligt. Der sogenannte Hive-down-Vertrag zwischen BASF SE und der BASF Agricultural Solutions Deutschland GmbH wurde notariell im März 2026 beurkundet. Rund 2.500 Mitarbeiter an den Standorten Ludwigshafen und Limburgerhof wechseln in die neue, rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft — rückwirkend zum 1. Januar 2026. Agricultural Solutions soll als Europäische Aktiengesellschaft an der Frankfurter Börse starten. BASF bleibt Mehrheitsaktionär.

Umbau im Zeitplan, Branche unter Druck

Die operative Trennung läuft parallel zur Einführung eines neuen ERP-Systems. Nordamerika hat den Übergang bereits abgeschlossen. Für alle anderen Regionen plant BASF den Abschluss bis Anfang 2027.

Das erste Quartal zeigt allerdings, wie stark externe Faktoren belasten. Währungsgegenwind und die Folgen des Nahostkonflikts schmälerten die Ergebnisse der Agrarsparte — trotz robuster Absatzmengen. Das Management sieht die Sparte dennoch „im Plan“.

Der Branchenverband VCI zeichnet ein nüchternes Bild. Die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie schrumpfte im ersten Quartal um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz fiel um 5,4 Prozent. Die Kapazitätsauslastung stieg leicht auf 75,1 Prozent — verharrt damit aber unter einem rentablen Niveau. VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup sprach von „geopolitischem Hamstern“ als Treiber des moderaten Wachstums in einzelnen Sparten und betonte: „Wir sehen keine Spur von Aufbruch.“

Kostenprogramm übertrifft Ziel

Intern läuft der Umbau besser als geplant. Bis Ende 2025 erreichte BASF eine jährliche Kostenreduktionsrate von rund 1,7 Milliarden Euro — 100 Millionen Euro über dem ursprünglichen Ziel. Bis Ende 2026 peilt das Unternehmen nun Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro an, statt der ursprünglich geplanten 2,1 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro.

Analysten uneins, Aktie im Rückwärtsgang

Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 50,56 Euro — rund acht Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro. Auf Jahressicht liegt das Papier mit gut 20 Prozent im Plus.

Das Analystenspektrum ist breit aufgestellt:

  • Deutsche Bank (Virginie Boucher-Ferte): Buy, Kursziel 60 Euro
  • Goldman Sachs (Georgina Fraser): Buy, Kursziel angehoben auf 65 Euro
  • JP Morgan (Chetan Udeshi): Underweight, Kursziel erhöht auf 40 Euro

Am 30. Juli veröffentlicht BASF die Zahlen zum zweiten Quartal und den Halbjahresbericht. Bis dahin dürfte vor allem die Handelsregistereintragung im Juli zeigen, ob der Agrar-IPO-Fahrplan hält.

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