BASF Aktie: IPO der Agrarchemie-Sparte Mitte 2027 geplant
BASF will die Agrarsparte bis Ende 2026 rechtlich verselbstständigen und bis Mitte 2027 die Basis für einen Teilbörsengang schaffen.

- Agrarausgliederung soll 2026 abgeschlossen werden
- Teilbörsengang bis Mitte 2027 vorbereitet
- BASF hebt EBITDA-Ziel auf 7,7 Milliarden Euro
- Aktienrückkäufe bis April 2027 geplant
Der Chemiekonzern BASF bereitet den strategischen Umbau seiner Agrarchemie-Sparte konsequent vor. Wie das Unternehmen im Rahmen der laufenden Neuausrichtung bestätigte, soll der Prozess zur rechtlichen Verselbstständigung der Agricultural Solutions bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Ziel dieser Maßnahme ist es, bis Mitte 2027 die Voraussetzungen für einen Teilbörsengang (IPO) zu schaffen. Während die Trennung in den Regionen Europa sowie Nord- und Südamerika bereits weit fortgeschritten ist, soll die Ausgliederung in Asien bis zum Jahresende finalisiert werden.
Strategische Fokussierung und Sparziele
Die Vorbereitungen für den potenziellen Börsengang werden maßgeblich von Livio Tedeschi vorangetrieben, der seit dem 1. Mai im Vorstand das Ressort für Agrarlösungen verantwortet. Laut Berichten von dpa-AFX betonte Tedeschi Mitte August, dass sich der Konzern im kommenden Jahr vollständig auf die Realisierung des Börsengangs konzentrieren werde.
Parallel zur Ausgliederung verfolgt BASF ein umfassendes Kostensenkungsprogramm, das bis Ende 2026 jährliche Einsparungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro vorsieht. Bemerkenswert ist dabei, dass die Sparvorgaben die Agrarsparte explizit nicht betreffen sollen, um deren Eigenständigkeit und Marktfähigkeit nicht zu gefährden.
An der Börse wird die strategische Schärfung des Portfolios aufmerksam verfolgt. Die Aktie notiert aktuell bei 53,02 Euro, was einem Rückgang von 0,6 Prozent im heutigen Handel entspricht. Dennoch weist der Titel seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 19 Prozent auf. Damit bewegt sich der Kurs weiterhin in Reichweite seines 52-Wochen-Hochs von 55,05 Euro, von dem er derzeit rund 3,7 Prozent entfernt ist.
Angehobene Jahresziele und finanzielle Basis
Die finanzielle Grundlage für die Transformation lieferten zuletzt starke operative Ergebnisse. Am 29. Juli hob BASF den Ergebnisausblick für das Gesamtjahr 2026 an und erwartet nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 Milliarden und 7,7 Milliarden Euro.
Im zweiten Quartal konnte der Konzern seinen Umsatz auf 17,2 Milliarden Euro steigern, was einem Zuwachs von 2,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Getrieben wurde diese Entwicklung durch einen Preisanstieg von 11,5 Prozent sowie ein Mengenwachstum von 7,3 Prozent.
Zusätzlich zur operativen Stärke nutzt BASF Portfolio-Transaktionen, um die Bilanz zu festigen. Der Abschluss des Verkaufs des Coatings-Geschäfts an Carlyle vor über einem Monat spülte dem Unternehmen einen Zahlungsmittelzufluss von 5,8 Milliarden Euro vor Steuern in die Kassen. Ein Teil dieser Mittel dient der Entschuldung: Für das dritte Quartal ist die vorzeitige Rückzahlung von Anleihen und Darlehen im Volumen von 1,6 Milliarden Euro geplant.
Kapitalmaßnahmen und personelle Weichenstellung
Flankiert wird der Umbau durch ein neues Aktienrückkaufprogramm, das im August startete. Bis April 2027 beabsichtigt BASF, eigene Anteile im Wert von bis zu 1,0 Milliarde Euro zu erwerben. Dies ist Teil eines bereits im September 2024 angekündigten Rahmenprogramms über insgesamt 4 Milliarden Euro. Zwischen November 2025 und Juni 2026 hatte der Konzern bereits rund 3,5 Prozent seines Grundkapitals zurückgekauft.
Personell setzt der Konzern auf Kontinuität bei gleichzeitigem Generationswechsel. Neben Livio Tedeschi trat am 1. Mai auch Mary Kurian in den Vorstand ein und übernahm die Leitung des Bereichs Care Chemicals. Sie folgten auf Michael Heinz, der planmäßig in den Ruhestand ging.
Detaillierte Einblicke in den Geschäftsverlauf des laufenden Quartals wird das Management am 28. Oktober geben, wenn die Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 im Rahmen einer Telefonkonferenz für Analysten und Investoren präsentiert wird.
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