BASF Aktie: Kerngeschäft trägt Quartal
Höhere Preise stützen Umsatz und Kerngeschäft, während Agrarbereich und Aktionärsgewinn schwächer ausfallen.

- Bereinigtes EBITDA steigt um 15 Prozent
- Industrial Solutions übertrifft Analystenschätzungen
- Agrarbereich verzeichnet negatives Quartals-EBITDA
- BASF hebt EBITDA-Prognoseuntergrenze für 2026 an
Die Chemiebranche kämpft seit Jahren mit schwacher Nachfrage, bei BASF zeigt der Trend im dritten Quartal jedoch nach oben. Der Konzern übertrifft die Erwartungen deutlich und hebt die Untergrenze seiner Jahresprognose an. Nur die Agrarsparte bleibt eine Baustelle.
Starkes Kerngeschäft, schwache Agrarsparte
Das bereinigte EBITDA stieg um 15 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit rund 1,5 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz legte um 14 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro zu, vor allem wegen deutlich höherer Preise. Die Mengen zogen nur leicht an.
Besonders stark lieferten Industrial Solutions und Nutrition & Care. Industrial Solutions erreichte 434 Millionen Euro und lag damit weit über der Konsensschätzung von 332 Millionen Euro. Nutrition & Care kam auf 237 Millionen Euro, erwartet worden waren 177 Millionen Euro.
Anders die Agrarsparte. Sie rutschte mit einem bereinigten EBITDA von minus 48 Millionen Euro ins Minus, Analysten hatten mit einem Plus gerechnet. Die Mengen sanken um 17 Prozent, die Preise um 5 Prozent.
Prognose angehoben, Nettogewinn sinkt
Für 2026 peilt BASF nun ein bereinigtes EBITDA von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an. Bisher lag die Spanne bei 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro. Der Mittelwert von 7,6 Milliarden Euro entspricht ziemlich genau dem, was Analysten ohnehin erwartet hatten. Die Überraschung hält sich also in Grenzen. Zum Vergleich: 2025 standen 6,6 Milliarden Euro zu Buche.
Konzernchef Markus Kamieth verweist auf die starke Entwicklung der Kerngeschäfte seit Jahresbeginn. Sie gebe die Zuversicht, die Prognose nach oben zu präzisieren.
Unter dem Strich fällt das Bild weniger glänzend aus. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sank um knapp 10 Prozent auf 155 Millionen Euro, unter anderem wegen Restrukturierungskosten. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,18 Euro nach 0,19 Euro im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte und Abschreibungen auf immaterielle Werte stieg es dagegen auf 0,72 Euro von 0,52 Euro.
Cashflow und Evonik im Hintergrund
Der freie Cashflow erreichte im Quartal 523 Millionen Euro, nach 398 Millionen Euro im Vorjahr. Die Jahresprognose von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro bleibt unverändert. Analysten rechnen laut Marktbeobachtern bereits mit einem Wert am oberen Ende dieser Spanne.
Im Hintergrund läuft zudem der Versuch, den kleineren Konkurrenten Evonik zu übernehmen. Zum Handelsstart am Mittwoch geht es für die Aktie von einem Schlusskurs von 52,12 Euro aus. Ob die Zahlen die Reaktion der Anleger tragen, zeigt sich im Xetra-Handel, wo BASF mit Deutscher Bank, Mercedes-Benz und Symrise gleich vier DAX-Konzerne mit Quartalszahlen begleitet.
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