BASF Aktie: Lackgeschäft an Carlyle für 7,7 Milliarden verkauft
BASF erhält 5,8 Milliarden Euro aus dem Coatings-Verkauf, behält 40 Prozent und treibt Rückkäufe sowie digitale Wachstumsfelder voran.

- Carlyle übernimmt BASF-Lackgeschäft
- Transaktion bewertet Surventis mit 7,7 Milliarden Euro
- BASF behält 40 Prozent Beteiligung
- Aktie 19 Prozent seit Jahresbeginn
BASF hat sein Lackgeschäft an den Finanzinvestor Carlyle abgegeben und dafür einen kräftigen Geldsegen erhalten. Der Konzern schloss die Transaktion vor rund zwei Monaten ab: Das ehemalige Coatings-Geschäft, seither unter dem Namen Surventis firmierend, wurde mit einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro bewertet.
BASF selbst floss dabei ein Zahlungsmittelzufluss vor Steuern von 5,8 Milliarden Euro zu, der Ludwigshafener Konzern hält weiterhin 40 Prozent an dem ausgegliederten Geschäft.
Der Deal reiht sich in eine Serie struktureller Umbaumaßnahmen ein, mit denen BASF sein Portfolio schlanker und die Bilanz robuster machen will. Bereits Ende Mai hatte das Unternehmen den Verkauf des Silikatgeschäfts samt Vermögenswerten am Standort Düsseldorf/Holthausen an den Spezialchemiekonzern PQ vereinbart, der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte erwartet. Finanzielle Details dazu blieben vertraulich.
Frisches Kapital für Rückbau und Zukäufe
Der Mittelzufluss aus dem Coatings-Verkauf verschafft BASF finanziellen Spielraum, während der Konzern parallel sein Aktienrückkaufprogramm über bis zu einer Milliarde Euro fortsetzt, das bis April 2027 läuft und Teil des bis Ende 2028 angelegten Gesamtvolumens von 4 Milliarden Euro ist.
Zugleich investiert BASF weiter in Wachstumsfelder abseits des klassischen Kerngeschäfts: Vor rund drei Wochen brachte der Konzern in Nordamerika die zweite Generation seiner digitalen Agrar-Plattform xarvio CONNECT auf den Markt, ein portables Hardware-Gerät, das den sicheren Datenaustausch zwischen der Anwendung xarvio FIELD MANAGER und landwirtschaftlichen Maschinenterminals ermöglichen soll.
Der digitale Vorstoß fällt in eine Phase, in der BASF sein Agrarchemie-Geschäft für einen geplanten Teilbörsengang aufstellt. Zum 1. Mai berief der Konzern Livio Tedeschi als Vorstandsmitglied für das Segment Agricultural Solutions, während Mary Kurian die Bereiche Chemicals sowie Nutrition & Care übernahm.
Michael Heinz schied planmäßig aus dem Vorstand aus. Der Aufsichtsrat verlängerte zudem die Amtszeiten von Katja Scharpwinkel und Anup Kothari bis zur Hauptversammlung 2030 – ein Signal für personelle Kontinuität in der Führungsspitze während des laufenden Konzernumbaus.
Kurs nahe am Jahreshoch
Am Aktienmarkt spiegelt sich die Serie an Portfoliomaßnahmen in einer stabilen Kursentwicklung wider. Die Aktie notiert aktuell bei 53,03 Euro und liegt damit nur 3,7 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das im April markiert wurde.
Zum 50-Tage-Durchschnitt von 49,75 Euro beträgt der Abstand 6,6 Prozent, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche.
Die geografische Expansion des Konzerns bleibt trotz der Portfoliobereinigungen in Europa ein zweites Standbein der Strategie. Ende März weihte BASF offiziell seinen Verbundstandort in Zhanjiang in der chinesischen Provinz Guangdong ein, eine Investition von 8,7 Milliarden Euro mit 18 Anlagen und über 2.000 Beschäftigten.
Der Standort, drittgrößter im BASF-Verbund nach Ludwigshafen und Antwerpen, bezieht seinen Strom vollständig aus erneuerbaren Energien und soll die CO₂-Emissionen gegenüber konventionellen Petrochemieanlagen halbieren.
Für Anleger ergibt sich damit ein Bild eines Konzerns, der gleichzeitig Randgeschäfte abstößt, Kapital an Aktionäre zurückgibt und in wachstumsstarke Regionen sowie digitale Zukunftsfelder investiert.
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