BASF Aktie: Lim leitet Greater China ab Juli
BASF ernennt Haryono Lim zum neuen China-Chef. Der Manager leitete zuvor den Milliarden-Standort Zhanjiang.

- Haryono Lim wird China-Chef
- Vorgänger verlässt BASF
- CEO Kamieth reist nach China
- Aktie unter Vorwochenniveau
Haryono Lim übernimmt. Der bisherige President des Mega-Projekts in Zhanjiang wird ab Juli 2026 als Chairman und President die BASF-Geschäfte in Greater China leiten. Sein Vorgänger Dr. Jeffrey Jianfeng Lou verlässt das Unternehmen.
Die Personalentscheidung ist strategisch gewichtig. Lim hatte zuvor den Aufbau des rund zehn Milliarden Euro schweren Verbundstandorts in Zhanjiang verantwortet – eine Anlage, die erst im März 2026 komplett mit erneuerbarer Energie in Betrieb ging. Genau diese Region steuerte im ersten Quartal einen wesentlichen Teil des Mengenwachstums des Konzerns bei.
CEO Kamieth zeitgleich auf Delegationsreise
In derselben Woche reiste BASF-CEO Markus Kamieth mit einer 35-köpfigen Wirtschaftsdelegation unter Leitung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nach China. Auf dem Programm stehen Peking und die Provinz Guangdong. Gespräche mit Handelsminister Wang Wentao und Vizepremier He Lifeng drehen sich unter anderem um den Zugang zu kritischen Rohstoffen – einschließlich Seltener Erden.
Der Standort Zhanjiang ist BASFs siebter Verbundstandort und der drittgrößte nach Ludwigshafen und Antwerpen. Auf rund vier Quadratkilometern produzieren über 2.000 Mitarbeiter Basis-, Zwischen- und Spezialchemikalien für zahlreiche Industrien. Dank Verbundintegration und erneuerbarer Energien senkt das Werk die CO₂-Emissionen im Vergleich zu konventionellen Petrochemiestandorten um bis zu 50 Prozent.
Kurs unter Wochenhoch – Halbjahresbericht als nächster Katalysator
Die BASF-Aktie notierte am Freitag bei 50,64 Euro, rund zwei Prozent unter dem Vorwochenniveau. Auf Jahressicht steht ein Plus von gut 13 Prozent. Der nächste Termin für den Markt ist der Halbjahresbericht im Juli. Bis dahin wird Lim seine neue Rolle in Shanghai angetreten haben. Auch die Ergebnisse der Chinadelegation zum Rohstoffzugang und die weitere Entwicklung der Petrochemiepreise dürften dann klarer sein.
Agrar-Spin-off und Rückkaufprogramm im Hintergrund
Parallel zum China-Umbau treibt BASF die strukturelle Neuaufstellung voran. Die Aktionäre haben die Ausgliederung der Agricultural-Solutions-Sparte in eine eigenständige Tochter gebilligt. Das Ziel: Bis Mitte 2027 soll die Einheit IPO-bereit sein.
Der Vorstand hat eine jährliche Dividende von 2,25 Euro je Aktie bis 2028 zugesagt. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm mit einem potenziellen Volumen von bis zu zwölf Milliarden Euro. Bislang hat das Unternehmen mehr als 24 Millionen eigene Aktien zurückgekauft und eingezogen.
Operativ bestätigte das Management das Jahresziel: Das bereinigte EBITDA soll 2026 zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro liegen. Bis Ende 2026 sollen die jährlichen Kosten um rund 2,3 Milliarden Euro sinken. Die BASF-Aktie spiegelt derzeit ein Unternehmen wider, das auf mehreren strategischen Ebenen Weichen stellt – dem aber für einen Ausbruch aus der jüngsten Handelsspanne ein einzelner, kurzfristiger Impuls fehlt.
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