BASF Aktie: Modernisierte Chlorid-Anlage in Ludwigshafen am Netz
BASF startet modernisierte Produktion in Ludwigshafen, erhöht Preise für Vorprodukte und verklagt Apple wegen mutmaßlicher Patentverletzungen.

- Modernisierte Anlage in Ludwigshafen gestartet
- Preise für mehrere Vorprodukte angehoben
- BASF verklagt Apple in Texas
- Aktie seit Jahresbeginn 20 Prozent höher
BASF hat am Verbundstandort Ludwigshafen eine vollständig modernisierte Anlage zur Produktion von Acid Chlorides und Chloroformates offiziell in Betrieb genommen. Das Unternehmen bestätigte die Inbetriebnahme in zwei aufeinanderfolgenden Mitteilungen Anfang September, zunächst regional, dann konzernweit.
Die Investition reiht sich in eine Phase ein, in der BASF an mehreren Fronten gleichzeitig operiert – von der Produktion bis zur Preispolitik und dem Rechtsstreit mit Apple.
Preiserhöhungen bei Kunststoffvorprodukten wirksam
Parallel zur Werkseröffnung sind zum 1. September Preissteigerungen für Caprolactam, Polyamid 6 und Polyamid-6/66-Copolymere in Nordamerika in Kraft getreten, ebenso für Neopentylglykol in Europa und Nordamerika. Die Anpassungen waren bereits Ende August angekündigt worden und betreffen zentrale Vorprodukte für die Kunststoff- und Faserindustrie.
Für Anleger ist das ein Signal, dass BASF in einem margendruckintensiven Umfeld versucht, Preissetzungsmacht zu behaupten – ein Thema, das angesichts der laufenden Portfoliobereinigung des Konzerns an Bedeutung gewinnt.
Der Konzern hatte den Verkauf großer Teile des Coatings-Geschäfts an Carlyle bereits Ende Juni abgeschlossen und seither hat sich der Kurs um 14,1 Prozent verbessert.
Auch das vor gut einer Woche gestartete Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1 Milliarde Euro, Teil eines bis Ende 2028 laufenden Gesamtvolumens von mindestens 4 Milliarden Euro, stützt seither die Kursentwicklung, die seit Beschluss um 1,8 Prozent zulegte. Beide Maßnahmen sind bekannte Bausteine der Kapitalallokation und erklären einen Teil der robusten Nachfrage nach der Aktie.
Klage gegen Apple als zusätzlicher Nachrichtentreiber
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine Patentklage: BASF hat Apple in den USA wegen mutmaßlicher Patentverletzungen im Zusammenhang mit Face ID und der Gesichtsauthentifizierung verklagt.
Die Klage wurde in einer US-Bundesklage in Midland, Texas, eingereicht, wie das Unternehmen bestätigte und wie auch in Sekundärberichten aufgegriffen wurde. Ein Ausgang des Verfahrens ist offen, dennoch zeigt der Schritt, dass BASF sein geistiges Eigentum außerhalb des klassischen Chemiegeschäfts aktiv verteidigt.
Auszeichnung unterstreicht Innovationsanspruch
Ergänzend wurde BASF für Plantapon Amino ASP mit dem Ringier Technology Innovation Award 2026 in der Kategorie Functional Chemicals – Surfactants ausgezeichnet. Solche Preise haben selten unmittelbaren Kurseinfluss, doch sie flankieren das Bild eines Unternehmens, das trotz laufender Restrukturierung an Forschung und Produktentwicklung festhält.
Kursbild bleibt konstruktiv
Die Aktie schloss am Freitag bei 53,33 Euro, ein minimales Minus von 0,2 Prozent auf Tagessicht. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 5,3 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 20 Prozent.
Der Titel notiert damit rund 3,1 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das im April markiert wurde – ein Abstand, der angesichts der jüngsten operativen und rechtlichen Nachrichtenlage moderat erscheint und Spielraum für weitere Kursfantasie lässt, sollte sich das operative Bild weiter aufhellen.
Mitte der Woche hatte das Analysehaus mwb research seine Einstufung von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt, das Kursziel jedoch bei 55 Euro belassen – ein Hinweis darauf, dass nach dem jüngsten Kursanstieg ein Großteil des kurzfristigen Potenzials bereits eingepreist sein könnte, ohne dass die grundsätzliche Einschätzung zum Unternehmen negativ ausfällt.
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