BASF Aktie: Prognose auf 6,9 bis 7,7 Milliarden angehoben

BASF hebt Jahresprognose nach starkem Quartal an. Analysten zeigen sich gespalten, während ein Börsengang der Agrarsparte diskutiert wird.

Die Kernpunkte:
  • Ergebnisprognose für 2026 angehoben
  • Umsatzplus von 16 Prozent im Quartal
  • Verkauf der Lacksparte abgeschlossen
  • Möglicher Börsengang der Agrarsparte

Aufgrund einer unerwartet positiven Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2026 hat das Unternehmen seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angehoben. Parallel dazu sorgen Berichte über mögliche strukturelle Veränderungen in der Agrarsparte für Bewegung bei dem DAX-Konzern.

Deutliche Gewinnsteigerung im zweiten Quartal

Die Anhebung der Prognose folgt auf die Vorlage vorläufiger Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026. Wie das Unternehmen berichtete, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 % auf 17,2 Milliarden Euro. Besonders deutlich fiel die Verbesserung beim operativen Ergebnis aus: Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte auf 2,4 Milliarden Euro, nachdem im entsprechenden Vorjahresquartal lediglich 1,6 Milliarden Euro erzielt worden waren.

Das auf die Aktionäre entfallende Nettoergebnis verzeichnete einen massiven Sprung auf 4,1 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 79 Millionen Euro gelegen. Dieser außergewöhnliche Anstieg ist maßgeblich auf den mittlerweile vollzogenen Verkauf des Coatings-Geschäfts zurückzuführen. Die Veräußerung der Sparte für Fahrzeug- und Industrielacke an den US-Finanzinvestor Carlyle wurde zum 30. Juni 2026 offiziell abgeschlossen.

Angesichts dieser Dynamik erwartet BASF für das Gesamtjahr 2026 nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen in einer Spanne zwischen 6,9 Milliarden Euro und 7,7 Milliarden Euro. Zuvor war das Management von einem Korridor zwischen 6,2 Milliarden Euro und 7,0 Milliarden Euro ausgegangen. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie bereits um 7,53 % zulegen.

Analysten bewerten die Aussichten differenziert

Die Reaktionen der Experten auf die neuen Zahlen und die angepasste Prognose fallen unterschiedlich aus. Der Analyst James Hooper von Bernstein Research bewertete die Anhebung des operativen Jahresziels am 15. Juli 2026 positiv und beließ die Einstufung auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 61,00 Euro. Er merkte jedoch an, dass die unveränderte Prognose für den Free Cashflow einen kleinen Makel in der ansonsten starken Meldung darstelle.

Demgegenüber zeigte sich das Analysehaus Berenberg vorsichtiger. Analyst Sebastian Bray senkte am 17. Juli 2026 das Kursziel für die BASF-Aktie von 52,00 Euro auf 47,00 Euro und behielt die Einstufung „Hold“ bei. Zur Begründung verwies er auf eine einsetzende Normalisierung der Preise für Basischemikalien. Zudem bestehe das Risiko einer schwächeren Nachfrage aus China, was die weitere Erholung bremsen könnte.

Mit einem aktuellen Kurs von 47,77 € notiert das Papier derzeit sehr nah an seinem längerfristigen Trend. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 47,63 € beträgt lediglich 0,30 %.

Spekulationen über einen Börsengang der Agrarsparte

Zusätzlich zu den operativen Kennzahlen rückt die Konzernstruktur in den Fokus der Anleger. Medienberichten zufolge gibt es Spekulationen über einen potenziellen Börsengang der Agrarsparte (Agricultural Solutions). Ein solches Listing könnte ein Volumen im Milliardenbereich erreichen. Bisher liegt seitens BASF jedoch keine offizielle Bestätigung für diese Pläne vor.

Bereits auf der ordentlichen Hauptversammlung Ende April 2026 in Mannheim war die künftige Ausrichtung des Konzerns Thema unter den Anteilseignern. Ein monatlicher Analystenkonsensus, den Vara Research im Auftrag von BASF Anfang Juli erhob, zeigte ein geteiltes Bild: Jeweils 41 % der befragten Experten rieten zum Kauf oder zum Halten der Aktie. Die Kursziele der Analysten decken dabei eine breite Spanne zwischen 40,00 Euro und 63,00 Euro ab.

Detaillierte Informationen zur Entwicklung der einzelnen Segmente und zum vollständigen Halbjahresabschluss wird das Unternehmen am 29. Juli 2026 veröffentlichen. Dieser Bericht dürfte weiteren Aufschluss darüber geben, wie nachhaltig die Erholung in den Kernbereichen der Chemieproduktion tatsächlich ist.

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