BASF Aktie: Prognose auf 7,7 Milliarden angehoben
BASF erhöht die Jahresprognose nach starkem Quartal und kündigt Rückkäufe an. Der Konzern setzt seinen Sparkurs mit massivem Stellenabbau fort.

- EBITDA-Prognose deutlich angehoben
- Neues Rückkaufprogramm über eine Milliarde
- Rund 7.000 Stellen seit 2024 gestrichen
- Aktie nach Rally leicht unter Druck
BASF hat am Freitag die Jahresprognose deutlich angehoben und ein neues Aktienrückkaufprogramm gestartet. Der Chemiekonzern profitiert von einem kräftigen Ergebnisschub im zweiten Quartal – parallel dazu setzt das Unternehmen seinen Sparkurs mit weiterem Stellenabbau fort. An der Börse sorgte die Nachrichtenlage zunächst für Kursgewinne, ehe sich das Papier zu Wochenbeginn wieder etwas abkühlte.
Kräftiger Ergebnisschub im zweiten Quartal
Im zweiten Quartal 2026 erzielte BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,40 Milliarden Euro. Auf dieser Basis erhöhte der Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr spürbar: Statt der bisher in Aussicht gestellten 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro rechnet das Management nun mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro.
Die Anhebung fällt damit deutlich aus und signalisiert, dass sich die operative Erholung im Kerngeschäft schneller vollzieht als zuletzt erwartet. Bereits im Vorfeld der Zahlenvorlage hatten Marktbeobachter mit einer spürbaren Margenverbesserung gerechnet, am Donnerstag vor der Veröffentlichung zog die Aktie im XETRA-Handel bereits um 0,7 Prozent auf 51,05 Euro an.
Kapitalrückgabe an Aktionäre wächst weiter
Zusätzlich zur besseren Ergebnisentwicklung kündigte BASF ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,0 Milliarde Euro an. Es soll von August 2026 bis April 2027 laufen und ist Teil des bereits im September 2024 angekündigten Gesamtprogramms von 4,0 Milliarden Euro, das bis Ende 2028 umgesetzt werden soll.
Für Anleger ist das ein doppeltes Signal: Das Management traut dem Geschäft nicht nur eine bessere Ertragslage zu, sondern gibt auch überschüssige Liquidität konsequent an die Aktionäre zurück. Die Kombination aus angehobener Prognose und bestätigtem Rückkaufplan kam am Markt gut an – am Freitag legte die Aktie um knapp 4 Prozent auf 50,85 Euro zu.
Sparkurs mit Kehrseite: Tausende Stellen weg
Die operative Verbesserung hat allerdings ihren Preis. Reuters berichtete, BASF habe zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut.
Der Personalabbau trifft auch den Stammsitz: Laut der FAZ beschäftigt BASF am Standort Ludwigshafen inzwischen weniger Mitarbeiter als 1954. Die Zahlen verdeutlichen, dass die verbesserte Profitabilität nicht allein aus einer Erholung der Nachfrage stammt, sondern auch aus einem harten Strukturprogramm, das über Jahre hinweg das Personalvolumen des Konzerns reduziert hat.
Für Investoren bedeutet das: Die Ergebnisverbesserung ist zum Teil hausgemacht und dürfte sich nicht ohne Weiteres beliebig fortsetzen lassen, sobald der Kostenabbau ausläuft.
Kursbild: Verschnaufpause nach starkem Lauf
Nach dem kräftigen Kurssprung rund um die Quartalszahlen zeigt sich die Aktie am heutigen Dienstag etwas schwächer. Sie notiert bei 51,18 Euro und gibt damit 0,72 Prozent nach.
Der Rücksetzer relativiert sich jedoch, blickt man auf die längerfristige Entwicklung: Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Plus von 15,19 Prozent zu Buche. Die aktuelle Konsolidierung wirkt damit eher wie eine Verschnaufpause nach der starken Reaktion auf Prognose und Rückkauf als wie eine grundlegende Trendwende.
Im Blick der Anleger bleibt zudem der Unternehmenskalender: Für die laufende Woche ist eine Kapitalmarktinformation vermerkt, die weitere Details zur strategischen Ausrichtung und zum Fortschritt der angekündigten Maßnahmen liefern dürfte.
Angesichts der jüngsten Nachrichtenverdichtung – höhere Prognose, neues Rückkaufprogramm und fortgesetzter Stellenabbau – rückt dieser Termin stärker in den Fokus als in ruhigeren Wochen. Für BASF-Aktionäre bleibt die zentrale Frage, ob sich die operative Verbesserung auch ohne weiteren Personalabbau fortsetzen lässt.
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