BASF Aktie: Prüft MDI-Anlage in Indien

BASF erwägt einen MDI-Neubau in Indien, bereitet den Börsengang der Agrarsparte 2027 vor und hebt das EBITDA-Ziel für 2026 an.

Die Kernpunkte:
  • MDI-Projekt in Indien noch offen
  • Agrarsparten-IPO für 2027 vorbereitet
  • AgBiTech-Übernahme stärkt Biologika-Geschäft
  • EBITDA-Zielkorridor auf 6,9–7,7 Milliarden angehoben

Medienberichten zufolge prüft BASF den Neubau einer Anlage zur Herstellung von Methylendiphenylisocyanat (MDI) in Indien. Das Vorhaben befindet sich in einer frühen Phase: Die endgültige Investitionsentscheidung macht der Chemieriese vom Ergebnis einer detaillierten Machbarkeitsstudie sowie von den ausstehenden behördlichen Genehmigungen abhängig. Mit dem Projekt würde der Konzern seine Präsenz im südasiatischen Wachstumsmarkt gezielt verstärken.

An den Finanzmärkten stieß das Vorhaben gestern auf ein verhaltenes Echo. Im Handel gab der Anteilsschein um 0,6 Prozent nach und markierte einen Schlusskurs von 51,32 Euro. Damit bewegt sich die Notierung 6,8 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

Börsengang der Agrarsparte nimmt Gestalt an

Parallel zu den Ausbauüberlegungen in Asien treibt das Unternehmen seinen tiefgreifenden Konzernumbau voran. Vor gut einer Woche mandatierte BASF die Großbanken Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan als globale Koordinatoren für den anvisierten Börsengang der Sparte Agricultural Solutions im Jahr 2027. Weitere Details zur strategischen Aufstellung sollen institutionelle Anleger auf einem Kapitalmarkttag am 23. und 24. November 2026 erfahren.

Die Weichen für die organisatorische Trennung wurden bereits im Frühjahr gestellt. Die Hauptversammlung billigte am 30. April 2026 die Ausgliederung des Agrargeschäfts. Die Sparte selbst war kurz zuvor erweitert worden: Am 31. März 2026 schloss Agricultural Solutions die Akquisition von AgBiTech ab.

Durch den Kauf des bisher von Paine Schwartz Partners gehaltenen Unternehmens stärkte BASF das globale Angebot im Bereich der biologischen Schädlingskontrolle, mit besonderem Schwerpunkt in Brasilien.

Technologischer Fortschritt und angehobene Jahresziele

Auch im US-Geschäft meldete der Konzern operative Meilensteine. Am 9. September nahm Cheniere Energy an seiner LNG-Anlage in Corpus Christi im US-Bundesstaat Texas die Durasorb-Technologie von BASF in Betrieb. Das Verfahren zur Erdgasreinigung ist auf mehreren Strängen installiert, während die Ausrüstung weiterer Einheiten bis Ende 2027 abgeschlossen sein soll.

Rückenwind für die strategischen Initiativen liefert die verbesserte Ertragskraft des laufenden Geschäftsjahres. Vor über einem Monat hob das Management die Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen an. Der Zielkorridor für das Gesamtjahr 2026 liegt bei 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro, nachdem zuvor ein Höchstwert von 7,0 Milliarden Euro angepeilt worden war. Die Erwartungen an den Free Cashflow ließ die Konzernführung hingegen unberührt.

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