BASF Aktie: RAG-Stiftung hält Schlüssel zu Evonik

BASF hat die RAG-Stiftung und Evonik auf einen möglichen Zusammenschluss angesprochen; konkrete Verhandlungen laufen bislang nicht.

Die Kernpunkte:
  • Sondierungen mit RAG-Stiftung und Evonik
  • Ausgang der Gespräche weiterhin ungewiss
  • BASF-Aktie verliert am Freitag 2,6 Prozent
  • Quartalszahlen erscheinen am 28. Oktober

Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF prüft eine grundlegende Neuausrichtung in der deutschen Spezialchemie. Das Unternehmen bestätigte am Freitag Sondierungsgespräche mit der RAG-Stiftung sowie der Evonik Industries AG über einen möglichen Zusammenschluss. Nach Angaben von BASF sind sowohl der Fortgang als auch der Ausgang der Gespräche gegenwärtig offen.

Mit dem Vorstoß signalisiert die Konzernführung Bereitschaft zu einem weitreichenden Schritt im Heimatmarkt. Eine Übernahme von Evonik würde das Portfolio in der Spezialchemie deutlich ausbauen. Gleichzeitig wirft ein solches Vorhaben am Kapitalmarkt Fragen zur Finanzierbarkeit auf, da milliardenschwere Transaktionen in der Chemiebranche erhebliche Integrationsrisiken mit sich bringen.

An der Börse reagierten die Anleger entsprechend zurückhaltend auf die Nachricht: Zum Handelsschluss am Freitag gab das BASF-Papier um 2,6 Prozent auf 50,89 Euro nach. Für einen Erfolg der Sondierungen ist vor allem die Haltung der RAG-Stiftung ausschlaggebend. Die Stiftung hält rund 43 Prozent der Anteile an Evonik und besitzt damit eine Schlüsselposition bei jeder größeren Weichenstellung.

Verhandlungen bleiben unverbindlich

Trotz der offiziellen Bestätigung des Kontakts laufen nach Unternehmensangaben derzeit keine konkreten Verhandlungen. BASF hatte den Essener Spezialchemiekonzern auf eine mögliche Komplettübernahme angesprochen. Ob aus dem vorsichtigen Herantasten formelle Fusionsgespräche entstehen, hängt maßgeblich von den Bedingungen und der Gesprächsbereitschaft der Essener Anteilseigner ab.

Die Sondierungen fallen in eine Phase tiefgreifender interner Veränderungen bei den Ludwigshafenern. Vor rund zwei Wochen beauftragte das Unternehmen Banken für einen geplanten Börsengang der Agrarsparte. Parallel dazu treibt die Sparte BASF Agricultural Solutions ihren organisatorischen Umbau voran, um die schrittweise Transformation zu einer eigenständigen Gesellschaft vorzubereiten.

Im Zuge dieser Neuausrichtung übernimmt Leta LaRush mit Wirkung zum 1. Oktober die Position als Senior Vice President BASF Agricultural Solutions United States. Die neue weltweite Organisationsstruktur der Agraraktivitäten soll nach Unternehmensangaben voraussichtlich zum 1. Januar 2027 wirksam werden. Das Management will damit die Kundenorientierung stärken und die Einheit für die geplante Verselbstständigung rüsten.

Strategischer Umbau vor den Quartalszahlen

Die parallelen Initiativen verdeutlichen den strategischen Spagat des Konzerns. Während einzelne Randbereiche verselbstständigt werden, sucht die Führung nach Wegen, das Kerngeschäft in margenstarken Spezialsegmenten auszubauen.

Vor gut drei Wochen meldete der US-Partner Cheniere Energy die Inbetriebnahme der Durasorb-Technologie von BASF an seiner LNG-Anlage. Operative Schritte wie diese zeigen, dass die Neuausrichtung des Chemiekonzerns auf mehreren Ebenen gleichzeitig vorangetrieben wird.

Klarheit über den aktuellen operativen Geschäftsverlauf erhalten die Anteilseigner im kommenden Monat. BASF legt die Finanzergebnisse für das dritte Quartal am 28. Oktober vor. Bis zu diesem Berichtstermin dürften Investoren vor allem auf Signale aus Essen und von der RAG-Stiftung achten.

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