BASF Aktie: Rückkauf endet, Zhanjiang muss liefern
BASF-Aktie verliert vor Auslauf des milliardenschweren Rückkaufprogramms an Wert. Der operative Umbau muss nun ohne diese Stütze überzeugen.

- Aktienrückkauf endet im Juni
- Kursverlust von fast neun Prozent
- CoreShift-Programm senkt Fixkosten
- Hoffnung ruht auf Werk Zhanjiang
Der Schlusskurs von 49,35 Euro am Freitag markiert eine ungemütliche Position für BASF. Die Aktie läuft dem eigenen Umbau hinterher und verlor auf Monatssicht fast neun Prozent. Der eigentliche Härtetest steht dem Chemiekonzern aber erst noch bevor.
Wegfallende Stütze
Das Timing dieser Schwäche ist kein Zufall. Bis Ende Juni 2026 kauft BASF eigene Aktien für bis zu 1,5 Milliarden Euro zurück. Das ist die erste Tranche eines größeren Programms.
Mit dem Auslaufen fällt ein struktureller Käufer am Markt weg. Das bedeutet nicht zwingend einen Absturz. Es erhöht aber die Messlatte für das operative Geschäft erheblich. Ab Juli muss der Konzern mit reiner Substanz überzeugen.
Umbau ersetzt kein Wachstum
Die strategische Antwort des Managements heißt „CoreShift“. BASF will die Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 um ein Fünftel senken. Das neu gegründete Core Transformation Office treibt diesen Umbau einheitsübergreifend voran.
Im gleichen Schritt räumt der Konzern sein globales Produktionsnetz auf. Mitte Juni schließt die EPS-Anlage im südkoreanischen Ulsan. Auch das Silikategeschäft geht an die PQ Corporation.
Das ist konsequente Portfolioarbeit. Für mich greift das aber zu kurz. Bereinigungen sind wichtig. Sie ersetzen aber keinen echten Wachstumstreiber.
Das Sparprogramm liefert zwar Fortschritte. Bis Ende 2026 plant BASF nun Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro. Das gleicht die fehlende strukturelle Nachfrage nach der Aktie jedoch nicht aus.
Warten auf den Katalysator
Mein Unbehagen liegt nicht in der Strategie selbst, sondern in der Zeitstruktur. Viel Hoffnung ruht auf dem neuen Megaprojekt in Zhanjiang. BASF hat das Werk im März für rund 8,7 Milliarden Euro eröffnet.
Für die Gewinnentwicklung liefert der Standort kurzfristig aber keine Entlastung. Konzernchef Markus Kamieth warnt bereits vor gedämpften Erträgen. Überkapazitäten und hohe Energiepreise belasten die gesamte Branche weiterhin schwer.
Die Charttechnik spiegelt diese Unsicherheit wider. Vom Jahreshoch im April ist der Kurs mittlerweile über zehn Prozent entfernt. Fällt der Druck nicht ab, rückt eine wichtige charttechnische Marke in den Fokus.
Der 200-Tage-Durchschnitt verläuft aktuell bei 46,95 Euro. Die übergeordnete Bilanz bleibt dabei widersprüchlich. Ein Kursplus von rund zehn Prozent seit Jahresanfang belegt erstes Vertrauen. Der Markt hat den Umbau anfangs honoriert. Die jüngste Schwäche erzwingt nun eine Neubewertung.
Kurz gesagt: ein Risiko. Das Chancen-Risiko-Verhältnis bleibt für mich angespannt. Die Halbjahreszahlen im Sommer müssen beweisen, dass das operative Geschäft ohne die Stütze des Rückkaufprogramms standhält. Erst wenn Zhanjiang liefert und der Fahrplan für die nächste Aktienrückkauf-Tranche steht, rechtfertigt die Aktie eine höhere Bewertung.
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