BASF Aktie: Rückzug aus Harbour Energy
BASF trennt sich von Harbour-Energy-Mandaten und erntet Analysten-Warnungen. Trotz milliardenschwerem Aktienrückkauf gerät die Aktie unter Druck.

- Rückzug aus Ölgeschäft signalisiert
- UBS und Goldman Sachs warnen
- Milliarden-Rückkaufprogramm läuft weiter
- Aktie fällt unter 50-Tage-Linie
Markus Kamieth macht Ernst. Der BASF-Chef kappt die formellen Bande zum britischen Öl- und Gasgeschäft. An der Börse sorgt dieser strategische Umbau aktuell nicht für Begeisterung. Stattdessen dominieren Analysten-Warnungen den Handelstag.
Ein zentrales Signal liefert die Beteiligung an Harbour Energy. Hans-Ulrich Engel hat sein Mandat im dortigen Verwaltungsrat am Sonntag niedergelegt. Zuvor war der BASF-Anteil an dem Ölkonzern unter die wichtige Schwelle von 25 Prozent gefallen. Damit verliert der Chemie-Riese das Recht auf zwei Gremiensitze. Die Strategie ist klar: BASF zieht Kapital aus fossilen Energien ab und fokussiert sich auf das Chemie-Kerngeschäft.
Analysten bremsen Euphorie
Parallel dazu trüben große Investmentbanken die Stimmung. Die Schweizer UBS belässt ihre Einstufung auf „Neutral“. Analystin Priyanka Patel sieht nach einem Nachfrageschub im März inzwischen wieder eine Normalisierung in China. Ihr Kursziel liegt unverändert bei 52 Euro.
Auch Goldman Sachs mahnt zur Vorsicht. Analystin Georgina Fraser senkte das Kursziel leicht von 65 auf 63 Euro. Sie warnt vor einem neuen Abschwung im europäischen Chemiesektor. Die Folge: Hoher Exportdruck aus China trifft auf sinkende Rohstoffpreise. Das bremst die Margen der europäischen Hersteller spürbar.
Milliarden-Rückkauf läuft
Trotz der Skepsis kauft BASF massiv eigene Papiere zurück. Allein in der ersten Juni-Woche erwarb der Konzern rund 2,7 Millionen Aktien. Das milliardenschwere Rückkaufprogramm läuft noch bis Mitte 2026. Zeitgleich treibt das Management das Sparprogramm „CoreShift“ voran. Bis 2029 will BASF die Fixkosten um ein Fünftel senken.
Dennoch steht die Aktie heute unter Druck. Das Papier verliert 1,51 Prozent und notiert bei 48,26 Euro. Damit rutscht der Kurs unter die viel beachtete 50-Tage-Linie.
Charttechnisch rückt nun eine wichtige Marke in den Fokus. Der langfristige 200-Tage-Durchschnitt verläuft bei 46,87 Euro und dient als psychologische Unterstützung. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 31,5 eine fast überverkaufte Lage. Hält die Unterstützung, könnte bald eine technische Gegenbewegung starten.
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