BASF Aktie: Silicate-Verkauf an PQ unterzeichnet
BASF treibt Konzernumbau mit Verkauf der Silicates-Sparte voran, während der Chemieverband VCI vor weiter steigenden Belastungen warnt.

- Verkauf des Silicates-Geschäfts an PQ
- VCI warnt vor Branchenkrise
- Aktienrückkauf von 1,5 Milliarden Euro fast abgeschlossen
- BASF hält an Jahresprognose fest
BASF treibt den Konzernumbau voran, während die deutsche Chemieindustrie unter Druck gerät. Der Branchenverband VCI zeichnet ein düsteres Bild — und BASF reagiert mit einem Doppelschritt: Portfolioverkauf und Aktienrückkauf. Die Aktie notiert am Dienstag bei 50,53 Euro, ein Minus von 0,73 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Plus von knapp 13 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 54,70 Euro fehlen noch rund 7,6 Prozent.
Verkauf an PQ: BASF fokussiert sich
Der Chemiekonzern hat den Verkauf seines Silicates-Geschäfts in Düsseldorf/Holthausen an PQ unterzeichnet. Die finanziellen Details bleiben unter Verschluss. Der Abschluss wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
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Silicate sind anorganische Materialien für Industrieanwendungen — von Reifen und Farben bis zu Waschmitteln. Der Verkauf sei das Ergebnis einer strategischen Bewertung innerhalb der Care Chemicals Division, teilte BASF mit. Das Ziel: Konzentration auf Kernbereiche mit langfristigem Wachstum.
VCI: „Das Schwierigste liegt noch vor uns“
Parallel zum Portfolioumbau wächst der Druck von außen. Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie ist mit erheblichen Belastungen ins Jahr 2026 gestartet. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) spricht von einer Branche „unter Dauerstress“ — steigende Kosten, Investitionszurückhaltung und geopolitische Spannungen destabilisieren Lieferketten und Energiepreise.
Die drei Hauptprobleme: Bürokratie, Energiepreise und Rohstoffknappheit. Zwar stieg der Umsatz saisonbedingt um 2,1 Prozent zum Vorquartal. Im Jahresvergleich bleibt aber ein Minus von 5,4 Prozent. Der VCI verzichtet angesichts der Unsicherheit auf eine Prognose. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup sagte: „Wir gehen fest davon aus, dass das Schwierigste noch vor uns liegt.“
Rückkaufprogramm: 1,5 Milliarden Euro fast ausgeschöpft
Trotz des schwierigen Umfelds hält BASF an seinem Aktienrückkauf fest. Seit Programmstart am 3. November 2025 wurden bis zum 29. Mai 2026 knapp 27,8 Millionen Aktien erworben. Das Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro soll bis Ende Juni 2026 ausgeschöpft sein. Die zurückgekauften Aktien werden eingezogen, das Grundkapital sinkt — das verbessert das Ergebnis je Aktie.
Damit entfällt ab Juli eine Stütze für den Kurs. Operative Ergebnisse rücken dann noch stärker in den Fokus. Die Jahresprognose bleibt unverändert: BASF erwartet ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro und einen freien Cashflow zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro. Der nächste Quartalsbericht wird zum Gradmesser für den Fortschritt der Restrukturierung.
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