BASF Aktie: Strategischer Spagat in Asien

Der Chemiekonzern baut seinen drittgrößten Verbundstandort in China auf, erwartet aber erst ab 2027 Profitabilität. Parallel werden europäische Beteiligungen verkauft, um die Strategie zu finanzieren.

Die Kernpunkte:
  • 8,7 Milliarden Euro Investition in neuen China-Standort
  • Verkauf von Harbour-Energy-Anteilen für 252 Millionen Euro
  • Profitabilität in Zhanjiang frühestens ab 2027 erwartet
  • Aktie verzeichnet seit Jahresanfang ein Plus von 13,8 Prozent

Mit dem Start des neuen Verbundstandorts im südchinesischen Zhanjiang geht der Chemiekonzern ein erhebliches Risiko ein. Während das Management in Europa den Rotstift ansetzt und Beteiligungen lukrativ verkauft, fließen Milliarden in einen Markt, der aktuell von Überkapazitäten und geopolitischen Spannungen geprägt ist.

Größtes Einzelprojekt unter schwierigen Vorzeichen

Rund 8,7 Milliarden Euro investiert das Unternehmen in das südchinesische Areal, das nach Ludwigshafen und Antwerpen zum drittgrößten Verbundstandort aufsteigt. Im Gegensatz zum zweiten chinesischen Werk in Nanjing gehört Zhanjiang vollständig den Ludwigshafenern und wird komplett mit erneuerbaren Energien betrieben. Die strategische Logik basiert auf der Prognose, dass bis 2035 etwa 75 Prozent des weltweiten Wachstums der Chemiebranche in der Volksrepublik stattfinden werden.

Allerdings startet der Betrieb in einem überversorgten Markt mit historisch niedrigen Margen. BASF-Chef Markus Kamieth stellte klar, dass der Standort frühestens ab 2027 profitabel arbeiten wird. Gleichzeitig rücken geopolitische Risiken wie der Konflikt um Taiwan oder Preisanstiege durch den Iran-Krieg in den Fokus. Ein eigener Tiefseehafen soll hier zumindest die Rohstoffversorgung im Krisenfall flexibel halten.

Portfoliobereinigung stützt den Kurs

Parallel zur Expansion in Asien trennt sich der Konzern von europäischen Randbereichen. So reduzierte das Unternehmen seine Beteiligung am britischen Öl- und Gaskonzern Harbour Energy von 41 auf etwa 35 Prozent. Die hohe Investorennachfrage ermöglichte eine Platzierung im Wert von rund 252 Millionen Euro. Ironischerweise profitiert der Chemieproduzent beim Verkauf von den hohen Energiepreisen, die das eigene Kerngeschäft eigentlich belasten.

An der Börse wird dieser strategische Umbau bislang wohlwollend begleitet. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 13,77 Prozent und ging am Freitag bei 50,90 Euro aus dem Handel.

Wichtige Eckdaten für 2026

Die nächsten konkreten Wegmarken für das laufende Geschäftsjahr sind bereits fixiert:

  • 30. April 2026: Hauptversammlung in Mannheim und Vorlage der Q1-Ergebnisse
  • 2,3 Milliarden Euro: Angehobenes jährliches Sparziel bis Ende 2026
  • 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro: Zielkorridor für das EBITDA vor Sondereinflüssen im laufenden Jahr

Ende April rückt die operative Realität wieder in den Vordergrund. Bei der Präsentation der Quartalszahlen wird das Management belegen müssen, inwieweit die forcierten Kostensenkungen den schwachen US-Dollar und die allgemeine Branchenschwäche bereits kompensieren können.

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