BASF Aktie: Zhanjiang soll 4 bis 5 Milliarden Euro Umsatz bringen
BASF eröffnet pünktlich und unter Budget seinen größten China-Standort. Die Aktie reagiert verhalten, während das CoreShift-Programm läuft.

- China-Standort Zhanjiang voll in Betrieb
- Umsatzziel von 5 Milliarden Euro bis 2030
- CoreShift-Programm senkt Fixkosten um 20%
- Aktienrückkauf läuft Ende Juni aus
8,7 Milliarden Euro investiert, pünktlich fertiggestellt und sogar unter Budget — und trotzdem reagiert die Aktie kaum. BASF hat beim Investoren-Deep-Dive zu seinem neuen China-Standort konkrete Milliardenziele präsentiert. Der Kurs zeigt sich davon weitgehend unbeeindruckt.
Zhanjiang: Größte Einzelinvestition des Konzerns
Der neue Verbund-Standort in der Provinz Guangdong ist BASFs siebter globaler Verbund-Standort — und die erste Verbund-Neueröffnung seit Nanjing 2005. Vorstandschef Markus Kamieth betont: Es ist die größte Einzelinvestition des Konzerns weltweit und die größte Investition eines deutschen Unternehmens in China überhaupt.
Die Anlage ist bereits hochgefahren. 18 Anlagen laufen, 32 Produktionslinien sind aktiv, mehr als 70 Produkte im Portfolio. Der Steamcracker produziert eine Million Tonnen Ethylen pro Jahr — als weltweit erster dieser Art läuft er vollständig mit erneuerbarer Energie.
CTO Stephan Kothrade erwartet bis 2030 einen Umsatz von 4 bis 5 Milliarden Euro am Standort. Das EBITDA soll dann zwischen 1 und 1,2 Milliarden Euro liegen. Für 2026 rechnet er allerdings noch mit einem leicht negativen EBITDA — Anlaufkosten und Infrastrukturoptimierungen belasten. Den Wendepunkt setzt das Management auf 2027.
CoreShift: 20 Prozent weniger Fixkosten bis 2029
Parallel läuft intern das Programm „CoreShift“. Ziel: die zahlungswirksamen Fixkosten im Kerngeschäft um bis zu 20 Prozent gegenüber 2024 senken — bis 2029. Das Kerngeschäft umfasst vier Segmente und steht für rund 40 Milliarden Euro Umsatz weltweit.
Das erste Quartal 2026 verlief solide, aber nicht glänzend. Das EBITDA vor Sondereinflüssen fiel auf 2,4 Milliarden Euro, rund sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz lag bei 16 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 1,06 Euro, nach 0,91 Euro im Vorjahresquartal. Die Jahresprognose hält BASF aufrecht: 6,2 bis 7 Milliarden Euro EBITDA vor Sondereinflüssen.
Das Umfeld bleibt schwierig. Die deutsche Chemieindustrie schrumpfte im ersten Quartal um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hohe Energiepreise, schwache Industriekonjunktur und US-Zölle belasten die Branche.
Struktureller Nachfragefaktor läuft aus
Die Aktie notiert bei 48,98 Euro — rund sechs Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 52,07 Euro und etwa elf Prozent vom 52-Wochen-Hoch bei 55,05 Euro entfernt. Auf 30-Tage-Sicht verlor der Titel knapp acht Prozent.
Ein konkreter Faktor kommt hinzu: Das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1,5 Milliarden Euro läuft Ende Juni 2026 aus. Es ist Teil eines Gesamtprogramms von mindestens 4 Milliarden Euro bis Ende 2028 — die nächste Tranche ist aber noch nicht aktiviert. Bis Zhanjiang ab 2027 nennenswert zum Ergebnis beiträgt, fehlt damit ein struktureller Nachfragepuffer für die Aktie.
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