BASF: Jetzt noch einsteigen?

Einige Analysten stufen die BASF-Aktie als kaufenswert ein, obwohl sich diese in den vergangenen sechs Monaten bereits um 22,8 Prozent verteuert hat. Anleger sollten sich von den Expertenmeinungen nicht zum vorschnellen Einstieg verleiten lassen, zumal es im Zertifikatesektor chancenreiche Alternativen zu dem DAX-Titel gibt.

© BASF

Im November hat die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries, Organisation erdölexportierender Länder) erstmals seit 2008 wieder eine Kürzung der Ölfördermenge beschlossen. Daraufhin sind die Ölpreise deutlich gestiegen. Und vor Kurzem verteuerte sich das „schwarze Gold“ immerhin geringfügig, weil die OPEC und rund ein Dutzend Nicht-OPEC-Länder am vergangenen Samstag eine weitere Kürzung der Ölfördermenge beschlossen haben.

Eine erneute Talfahrt der Ölpreise ist zumindest in den kommenden Monaten unwahrscheinlich. Bedenken sollten Anleger allerdings, dass sich ab einem Preis von 45 Dollar pro Barrel für viele Fracking-Unternehmen in den USA die Ölförderung wieder lohnt. Und je mehr Öl durch Fracking gefördert wird, desto größer ist das weltweite Angebot, was wiederum für Preisdruck sorgt. Daher könnten die Ölpreise mittelfristig erneut moderat sinken.

Deutliche Verbesserung der Profitabilität von Wintershall

Zu den Profiteuren der jüngsten Ölpreisrallye zählen nicht nur Produzenten wie Total, BP, Royal Dutch Shell und ENI, sondern auch der Chemiegigant BASF. Denn zu diesem deutschen Traditionskonzern gehört Wintershall – einer der größten Öl- und Gasförderer in Europa. Dieses Tochterunternehmen erzielte wegen des signifikanten Rückgangs der Ölpreise im vierten Quartal 2015 und in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres leider ein ziemlich geringes EBIT.

Im dritten Quartal 2016 konnte Wintershall das EBIT allerdings im Vergleich zum zweiten Quartal um mehr als 89 Prozent auf 178 Millionen Euro steigern. Für Wintershall ist der jüngste Sprung der Ölpreise nach oben natürlich optimal – er sorgt zusammen mit den bereits vor einigen Monaten eingeleiteten Sparmaßnahmen für eine deutliche Verbesserung der Profitabilität der BASF-Tochtergesellschaft.

Euroschwäche ist vorteilhaft für BASF

Erfreulicherweise profitiert BASF vom schwachen Euro. Anzumerken ist diesbezüglich, dass der Chemiekonzern im dritten Quartal 2016 fast die Hälfte seines Umsatzes außerhalb der Eurozone erwirtschaftet hat. Dank der Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung verfügt BASF in den Wachstumsmärkten Nordamerika und Asien über eine gute Wettbewerbsfähigkeit.

Aktuellen Analystenschätzungen zufolge dürfte BASF den Gewinn je Aktie im nächsten Jahr von 4,45 auf 5,11 Euro steigern. Bei einem Kurs von 85,88 Euro (Stand: 12.12.2016) beträgt das 2017er-KGV somit 16,8. Ein Schnäppchen ist der DAX-Titel also nicht. Abgesehen davon ist der Kurs in den vergangenen sechs Monaten bereits um 22,8 Prozent gestiegen und es ist fraglich, ob die charttechnischen Widerstände bei 86 und 89 Euro kurzfristig geknackt werden.

Dies ist manchen Analysten jedoch egal – sie stufen die BASF-Aktie als kaufenswert ein. Besonders optimistisch ist Faisal AlAzmeh, der für die US-Investmentbank Merrill Lynch arbeitet. Er prognostiziert einen Kursanstieg auf 97 Euro. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Experte mit seiner Einschätzung langfristig richtig liegen wird, aber in der ersten Hälfte des Jahres 2017 dürfte der Kurs in einem Seitwärtstrend verharren.

Interessantes Rabattpapier

Vorsichtige Börsianer, die bei der BASF-Aktie keine weiteren Kurszuwächse erwarten, können ein von der Deutschen Bank emittiertes Discount-Zertifikat (WKN: DL9D2C) ordern, das mit einem Cap bei 85,00 Euro ausgestattet ist und am 15. Juni 2017 fällig wird. Dieses Rabattpapier kostete zuletzt 79,34 Euro (Stand: 12.12.2016).

Die maximal erzielbare Rendite beträgt 7,14 Prozent – sie wird von den Besitzern des Discount-Zertifikats eingefahren, wenn die BASF-Aktie am Laufzeitende mindestens bei 85,00 Euro notiert.

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