BASF räumt gründlich auf – Steht die Aktie vor dem Absprung?

Der Chemiekonzern BASF tritt zurzeit leicht auf der Stelle. Das aktuelle Marktumfeld könnte besser sein und auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr hatten viele Investoren wohl mit deutlich höher angesetzten Zielen erwartet.

 

© BASF
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Zwar konnte BASF im Auftaktquartal die Umsatzerlöse um 3% leicht steigern, ein Großteil davon war jedoch positiven Währungseinflüssen geschuldet. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einer leichten Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr und einem EBIT auf dem Niveau von 2014.

 

BASF im Entrümpelungsmodus

Dieser Tage scheint der Konzern einmal gründlich aufzuräumen. In diesem Zuge muss alles weg, was nicht mehr so richtig ins Konzept passt. So verkaufte BASF jetzt das Textilchemikaliengeschäft an Archroma.

Archroma ist Lieferant für Spezialchemikalien zur Herstellung von Emulsionen und für die Textil- und Papierindustrie. Es wurde vereinbart, dass BASF innerhalb einer Übergangsphase noch textilchemische Produkte herstellt und diese an Archroma liefern wird.

In diesen Verkauf ist die BASF Pakistan (Private) Ltd., Karachi mit eingeschlossen. Alle übrigen Geschäfte, welche in Pakistan geführt werden, sind hiervon nicht betroffen. Der Abschluss dieser Transaktion ist bis Ende August geplant.

 

PVC-Geschäft wird aufgegeben

Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass BASF sich endgültig vom PVC-Geschäft verabschiedet. Bisher hielt man 25% an dem mit Solvay geführten Gemeinschaftsunternehmen SolVin. Die restlichen 75% der Anteile waren im Besitz von Solvay.

Nun hat BASF seinen Anteil an Solvay verkauft. Finanzielle Details gab man hierzu nicht bekannt. SolVin stellt PVC-Polymere her und übernimmt auch das Recycling von PVC. Insgesamt gibt es in Europa sieben Standorte, von denen überwiegend Unternehmen aus der Baubranche beliefert werden.

Solvay und der Chemiekonzern Ineos haben jetzt das Gemeinschaftsunternehmen Inovyn gegründet. In dieses wollen beide Firmen ihr Geschäft mit Chlor-Vinyl einbringen. Darüber hinaus sollen alle Aktivitäten von SolVin ebenfalls hier gebündelt werden. Vor diesem Hintergrund hat sich BASF zum Verkauf entschlossen.

 

Kann sich die Aktie aus dem Abwärtstrend befreien?

Noch Mitte April erreicht die Aktie von BASF ein neues Jahreshoch. Die Freude währte jedoch nicht lange. Seither setzte sie Schritt für Schritt ihren Abwärtstrend fort und büßte seitdem mehr als 16,00 Euro ein.

Ein Grund dafür war sicherlich die niedrige Prognose für dieses Geschäftsjahr. Aber auch die Griechenland-Krise sorgte für nervöse Stimmung am Markt. Wobei für BASF Griechenland nur eine untergeordnete Rolle spielt.

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Bei einem Gesamtumsatz im vergangenen Jahr von rund 74 Mrd. Euro wurden in Griechenland gerade einmal 100 Mio. Euro an Umsatz erzielt. Zudem betreibt der Konzern in Griechenland keine eigenen Produktionsstandorte.

Generell könnte BASF dennoch eine Kaufoption darstellen, wozu sich die derzeit günstigen Kurse anbieten würden. So bestätigten Analysten der Deutschen Bank erst gestern ihre Kaufempfehlung für BASF mit einem Kursziel von 100 Euro. Begründet wurde dies damit, dass zwar die Nachfrage weiterhin schwach sei, aber dafür die Margen in diesem Geschäft noch recht stark ausfallen.

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