BASF: Trotz verheerender Explosion mit ambitionierten Zielen

Der Ludwigshafener Chemie-Gigant hat durchwachsene Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert. Die deutlichen Umsatz- und Gewinn-Einbußen sind vor allem auf die Trennung vom Gashandelsgeschäft zurückzuführen. Auch die schwere Explosion am 17. Oktober könnte sich negativ auf die Gesamt-Jahresbilanz auswirken. Bei dem Unglück kamen drei Menschen ums Leben und etliche weitere verletzten sich. BASF hält bis auf Weiteres trotzdem an seinem Ausblick fest – die Aktie reagierte nur wenig auf die Zahlen.

© BASF
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Das Fehlen des Gashandelsgeschäftes hat sich – wie erwartet – deutlich auf die Quartalszahlen von BASF ausgewirkt. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz um knapp 20 Prozent auf etwa 14 Milliarden Euro, der Gewinn sackte sogar um 27 Prozent auf 888 Millionen Euro ab.

Viele wichtige Zahlen hatte der Konzern jedoch schon vor rund zwei Wochen bekanntgegeben, weshalb sich die Reaktion der Märkte im Rahmen hielt. Für viele Anleger und Analysten ist nun die Frage wichtiger, ob und wie sich das tragische Unglück auf den Chemie-Riesen auswirken könnte.

Explosions-Unglück hinterlässt Spuren

Die Konzernspitze hat zwar eingeräumt, dass die tragische Explosion vor zehn Tagen Einschränkungen in Logistik und Versorgung zur Folge hatte – was sich wohl auch im Jahresergebnis widerspiegeln wird. Allerdings rechnet man anscheinend nicht mit einem sehr starken Effekt. Denn an der Prognose für das laufende Geschäftsjahr hält BASF noch fest.

Im Vergleich zum Vorjahr soll das operative Ergebnis leicht sinken. „Leicht“ bedeutet bei den Ludwigshafenern jedoch ein Minus in 2016 von bis zu zehn Prozent. Das Unternehmen bezeichnet die Prognose selbst als „anspruchsvolles Ziel“ – aufgrund des herausfordernden Umfeldes, aber auch aufgrund des Unglücks am 17. Oktober.

BASF-Aktie weiter auf Kurs?

Wie genau sich die Explosion auf das Jahresergebnis auswirken wird, bleibt abzuwarten. Von der Einhaltung der Ziele könnte auch der kurzfristige Weg der BASF-Aktie bestimmt werden. Denn das Unternehmen ist zwar langfristig weiterhin gut aufgestellt, aber der Titel ist in den vergangenen Monaten schon deutlich geklettert – etwa 13 Prozent in den letzten drei Monaten. Beruhigt sich die Lage um den Chemie-Konzern wieder und die Prognose muss nicht kassiert werden, kann es durchaus auch noch weiter nach oben gehen.

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