Bawag PSK Aktie: High Court setzt PTSB-Anhörung auf 27. Oktober

Das irische Gericht verhandelt am 27. Oktober über Bawags PTSB-Kauf. Die Bank meldete im zweiten Quartal 255 Millionen Euro Gewinn.

Die Kernpunkte:
  • Anhörung zur Übernahme am 27. Oktober
  • PTSB-Aktionäre stimmten mit 91,3 Prozent
  • Zweiter Quartalsgewinn erreicht 255 Millionen Euro
  • Bawag-Aktie 1,8 Prozent unter Jahreshoch

Die strategische Neuausrichtung der Bawag Group in Richtung Irland biegt auf die Zielgerade ein. Nachdem die Aktionäre des irischen Geldinstituts Permanent TSB (PTSB) bereits vor rund sechs Wochen mit einer deutlichen Mehrheit von 91,3 Prozent für den Zusammenschluss gestimmt haben, steht nun der Termin für die juristische Finalisierung fest.

Wie die Irish Times berichtet, hat der irische High Court am Montag die entscheidende Anhörung zur Genehmigung der Übernahme für den 27. Oktober 2026 angesetzt.

Rechtliche Hürden vor dem Abschluss in Dublin

Die Festlegung des Termins durch das irische Gericht gilt als wesentlicher Schritt für den Vollzug der Transaktion. Für die beteiligten Parteien wurde zudem eine Frist bis zum 28. September gesetzt, um sich förmlich für das Verfahren anzumelden. Der Prozess markiert die letzte große regulatorische beziehungsweise juristische Hürde, bevor die Bawag das irische Institut vollständig in ihren Konzern integrieren kann.

Der Kaufpreis für das Institut beläuft sich nach Medienberichten auf insgesamt rund 1,62 Milliarden Euro. Das Barangebot der Bawag liegt demnach bei 2,97 Euro je Anteilsschein.

Das Management der österreichischen Bankengruppe geht derzeit davon aus, dass der vollständige Übernahmevollzug im vierten Quartal 2026 oder im ersten Quartal 2027 erfolgen wird. Mit der Integration von PTSB strebt die Bawag eine signifikante Stärkung ihrer Marktposition außerhalb der DACH-Region an.

Starke Quartalszahlen stützen die Wachstumsstrategie

Flankiert wird die Expansionsstrategie von einer stabilen operativen Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr. Unternehmensangaben zufolge erwirtschaftete die Gruppe im zweiten Quartal 2026 einen Nettogewinn von 255 Millionen Euro. Dabei erreichte das Institut eine Eigenkapitalrentabilität (RoTCE) von 28,7 Prozent und eine Aufwand-Ertrag-Relation (Cost-Income-Ratio) von 31,0 Prozent. Diese Kennzahlen unterstreichen die Effizienz der Bank, während sie gleichzeitig die Mittel für die Milliardenübernahme in Irland bereitstellt.

Bereits im April hatte die Bawag ihr Ziel für das Gesamtjahr 2026 bekräftigt und rechnet weiterhin mit einem Nettogewinn von über 960 Millionen Euro. Um die Finanzierung der PTSB-Akquisition abzusichern, passte das Institut zudem seine Dividendenpolitik temporär an.

Für die Gewinne aus der ersten Jahreshälfte 2026 wurde eine Selbstverpflichtung eingegangen, keine Ausschüttungen vorzunehmen. Das maximale Dividendenpotenzial für das zweite Halbjahr ist auf rund 500 Millionen Euro begrenzt.

Kapitalmaßnahmen und Marktpositionierung

Parallel zur Akquisition setzt die Bawag auf Maßnahmen zur Optimierung der risikogewichteten Aktiva (RWA). Dazu gehören Kreditabsicherungslösungen, die im ersten Halbjahr 2026 einen erwarteten Kapitalbeitrag von rund 50 Basispunkten leisten sollten. Diese interne Stärkung der Kapitalbasis dient primär dazu, den hohen Kaufpreis für das irische Geschäft ohne Gefährdung der regulatorischen Stabilität zu stemmen.

An der Börse wird die konsequente Expansions- und Ertragspolitik honoriert. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 40 Prozent. Am Freitag schloss die Aktie bei 179,60 Euro und notiert damit nur noch 1,8 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Anfang August bei 182,90 Euro markiert wurde.

Die Marktkapitalisierung der Bawag Group beläuft sich beim aktuellen Kursniveau auf 13,71 Milliarden Euro. Analysten und Investoren blicken nun gespannt auf den 27. Oktober, wenn die Entscheidung aus Dublin die Weichen für die kommenden Jahre stellen dürfte.

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