Bawag PSK Aktie: Irisches Gericht entscheidet?
Bawag steigerte den Quartalsgewinn um 13 Prozent und hielt an der Jahresprognose fest; die Freigabe des PTSB-Verkaufs ist offen.

- Minderheitsaktionär erhob erneut Einwand
- Gerichtliche Zustimmung steht noch aus
- Quartalsgewinn stieg auf 248 Millionen Euro
- Deutsche Bank hob Kursziel auf 193 Euro
Die geplante Übernahme von Permanent TSB bleibt für Bawag eine offene Genehmigungsfrage. Gestern wandte sich Medienberichten zufolge erneut ein Minderheitsaktionär vor dem irischen High Court gegen den Verkauf. Die Zustimmung des Gerichts steht noch aus. Damit trifft die bestätigte Jahresprognose der Bank auf einen weiterhin offenen Verfahrensausgang: Gute Geschäftszahlen ersetzen keine gerichtliche Freigabe.
Gerichtliche Zustimmung bleibt entscheidend
Bereits am Dienstag hatten vier PTSB-Aktionäre vor dem High Court Einwände gegen die geplante Übernahme erhoben. Axis Capital erklärte bei dieser Gelegenheit, keinen Aufschub der Anhörung mehr beantragen zu wollen. Das Unternehmen wollte seine Position aber weiterhin vor Gericht darlegen.
Der Verzicht auf einen Vertagungsantrag ist deshalb nicht mit einer Zustimmung zum Verkauf gleichzusetzen. Ebenso wenig bedeutet der jüngste Einwand eines Minderheitsaktionärs, dass die Übernahme gescheitert wäre. Für Anleger ist die Unterscheidung zwischen Widerstand gegen die Transaktion und einer gerichtlichen Entscheidung wesentlich.
PTSB hatte am 23. Oktober bestätigt, dass BAWAG P.S.K. den Erwerb des gesamten ausgegebenen und noch auszugebenden Aktienkapitals plant. Die gerichtliche Genehmigung betrifft damit die geplante vollständige Übernahme und nicht lediglich den Kauf einer Minderheitsbeteiligung.
Geschäftszahlen liefern den operativen Gegenpol
Unabhängig vom Übernahmeverfahren meldete Bawag am 19. Oktober einen höheren Quartalsgewinn und bestätigte die Jahresziele. Im dritten Quartal 2026 erreichte der Nettogewinn 248 Millionen Euro. Das entsprach einem Zuwachs von 13 Prozent.
Auch das Zinsgeschäft legte zu. Diese Entwicklung gehört zum operativen Bild der Bank und ist von der noch ausstehenden Zustimmung zum PTSB-Verkauf zu trennen.
Der Nettozinsertrag betrug im dritten Quartal 2026 insgesamt 497 Millionen Euro und stieg um 8 Prozent. Für die ersten neun Monate meldete die Bank ebenfalls einen höheren kumulierten Ergebnisstand als den einzelnen Quartalsbeitrag.
Die Jahresprognose bleibt dabei ein Ziel und ist noch kein abgeschlossenes Geschäftsergebnis. Die Bestätigung zeigt, dass Bawag nach den Quartalszahlen an ihrer eigenen Ergebnisplanung festhielt.
Der Nettogewinn der ersten neun Monate 2026 belief sich auf 734,8 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr bestätigte die Bank ihr Ziel von mehr als 960 Millionen Euro.
Kurszielanhebung ersetzt keine Freigabe
Die Deutsche Bank erhöhte ihr Kursziel am 20. Oktober von 191 auf 193 Euro. Die Anpassung durch Analystin Marlene Eibensteiner folgte auf die Ergebnisvorlage.
Für die Einordnung der Bawag-Aktie bleiben damit zwei Ebenen entscheidend: Das operative Geschäft liefert Gewinnwachstum und eine bestätigte Prognose. Bei Permanent TSB steht dagegen weiterhin die gerichtliche Zustimmung aus. Weder die Geschäftszahlen noch die Kurszielanhebung nehmen diese Entscheidung vorweg.
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