Bayer Aktie: 2,2 Milliarden für Ohio
Der Pharmakonzern plant in New Albany eine Produktionsstätte und strebt bis Ende des Jahrzehnts eine Verdopplung der US-Erlöse an.

- Neues Pharmawerk in Ohio geplant
- Investition von 2,2 Milliarden US-Dollar
- Rund 600 dauerhafte Stellen vorgesehen
- US-Umsatz soll sich bis 2030 verdoppeln
Bayer baut in den USA aus. Die Pharmasparte des Konzerns will in New Albany im Bundesstaat Ohio ein neues Produktionswerk errichten und dafür 2,2 Milliarden US-Dollar in die Hand nehmen. Das teilte das Unternehmen am Freitagabend mit.
Ein Standort für Wirkstoffe und Fertigarzneimittel
In New Albany soll die Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen und Fertigarzneimitteln an einem Ort gebündelt werden. Rund 600 hochqualifizierte Dauerarbeitsplätze sollen entstehen, in der Bauphase kommen etwa 1.500 befristete Stellen hinzu.
Konzernchef Bill Anderson nannte die USA einen wichtigen Produktionsstandort und ein bedeutendes Innovationszentrum. Am neuen Standort wolle Bayer Produktionskompetenz und Fachkräfte zusammenbringen, um Patienten in den USA und weltweit zu versorgen. In den vergangenen fünf Jahren hat der Konzern nach eigenen Angaben bereits mehr als sieben Milliarden Dollar in Forschung, Entwicklung und Produktion vor Ort investiert.
Ehrgeiziges US-Ziel
Hinter dem Schritt steht eine klare Wachstumsstrategie. Sebastian Guth, Pharma-Produktionschef bei Bayer, verwies darauf, dass der US-Anteil am weltweiten Pharmaumsatz von 20 Prozent im Jahr 2018 auf heute 35 Prozent gestiegen ist. Bis Ende des Jahrzehnts will Bayer die US-Erlöse verdoppeln.
Tragen sollen das unter anderem Kerendia gegen chronische Nierenerkrankungen und Nubeqa gegen Prostatakrebs. Hinzu kommt asundexian, ein Schlaganfall-Kandidat in der Entwicklung.
Das politische Umfeld spielt mit. Medikamente kosten in den USA deutlich mehr als in anderen Industrienationen. Präsident Donald Trump drängt die Pharmabranche zu niedrigeren Preisen und fordert zugleich höhere Preise im Ausland. Lokale Investitionen gelten in diesem Klima als Signal an Washington, auch wenn Bayer einen solchen Zusammenhang nicht ausdrücklich herstellt.
Konkrete Angaben zu Baubeginn oder Inbetriebnahme des Werks liegen bislang nicht vor. Bis zur Verdopplung der US-Umsätze hat Bayer sich Zeit bis Ende des Jahrzehnts gesetzt.
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