Bayer Aktie: 2,45 Milliarden für Augenheilkunde

Bayer schließt KI-Kooperation zur Wirkstoffforschung, integriert Perfuse und beendet OECD-Verfahren. Die Aktie legte zu.

Die Kernpunkte:
  • KI-Kooperation mit Iambic Therapeutics
  • Perfuse-Übernahme abgeschlossen
  • OECD-Verfahren eingestellt
  • Aktie mit Wochenplus von sieben Prozent

Bayer schiebt gleich drei positive Meldungen nach vorn. Der Leverkusener Konzern schließt eine KI-Kooperation für die Wirkstoffforschung, integriert einen Augenheilkunde-Spezialisten und beendet ein langjähriges OECD-Verfahren. Die Aktie hat das honoriert — mit einem Plus von mehr als sieben Prozent in der vergangenen Woche.

KI soll Forschung beschleunigen

Bayer arbeitet künftig mit dem US-Biotech-Unternehmen Iambic Therapeutics zusammen. Ziel ist die schnellere Entdeckung sogenannter Small Molecules — kleiner chemischer Wirkstoffe, die gezielt in biologische Prozesse eingreifen.

Iambic bringt zwei Kerntechnologien ein: die Plattformen Enchant und NeuralPLexer. Sie sollen Moleküle gegen bislang schwer adressierbare Targets identifizieren und Bayers frühe Pipeline stärken.

Der Hintergrund erklärt, warum das relevant ist. Herkömmliche Wirkstoffforschung dauert bis zu 15 Jahre und kostet rund 2,6 Milliarden US-Dollar — mehr als 90 Prozent der Kandidaten scheitern trotzdem in klinischen Studien. KI-gestützte Optimierung soll diese Quoten verbessern. Iambic erhält eine Vorauszahlung sowie Meilenstein- und Lizenzzahlungen; konkrete Summen nannte Bayer nicht.

Perfuse-Übernahme vollzogen, OECD-Akte geschlossen

Am 17. Juni hat Bayer die Übernahme von Perfuse Therapeutics abgeschlossen. Das Unternehmen ist nun vollständig integriert.

Bayer hält damit die vollständigen Rechte an PER-001 — einem intravitrealen Implantat in der klinischen Phase II zur Behandlung von Glaukom und diabetischer Retinopathie. Der Gesamtpotenzialwert der Transaktion beläuft sich auf bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar. Die Vorauszahlung betrug 300 Millionen US-Dollar. Bayer verfügt im Augenbereich bereits über Eylea; Perfuse ergänzt das Portfolio um eine neue Wirkstoffklasse.

Ferner schloss die OECD-Nationale Kontaktstelle ein Verfahren gegen Bayer. Mehrere NGOs hatten den Konzern für Gesundheitsschäden in Südamerika verantwortlich gemacht — konkret wegen Glyphosat und gentechnisch verändertem Saatgut. Die Beschwerdeführer lehnten eine angebotene Mediation ab. Daraufhin schloss die Behörde die Akte.

Belastungen bleiben real

Die positiven Signale überdecken eine angespannte Bilanz. Allein für Rechtsstreitigkeiten erwartet Bayer 2026 Mittelabflüsse von rund fünf Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung liegt bei etwa 33 Milliarden Euro.

Beim freien Cashflow rechnet der Vorstand mit einem negativen Ergebnis zwischen minus 1,5 und minus 2,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Außerdem steht noch die Entscheidung des US Supreme Court im Fall Durnell zur Glyphosat-Haftung aus.

Die Aktie notiert aktuell bei 39,82 Euro — rund neun Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, aber noch etwa 20 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 49,93 Euro. Die Q2-Zahlen werden zeigen, ob Bayer die Schuldenlast weiter abbaut — ein aktualisierter Ausblick auf die Nettoverschuldung dürfte dann folgen.

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