Bayer Aktie: 2,45 Milliarden für Perfuse Therapeutics

Bayer investiert trotz hoher Schulden in KI und Zukäufe. Die Aktie zeigt nach starkem Lauf erste Ermüdungserscheinungen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt nach starker Rallye
  • Übernahme von Perfuse Therapeutics
  • KI-Kooperation mit Iambic Therapeutics
  • Hohe Schulden belasten Bilanz

Der Supreme-Court-Sieg hat den Weg freigemacht. Jetzt justiert Bayer sein Pharmageschäft für das nächste Jahrzehnt neu. Der Konzern kauft zu und investiert massiv in Künstliche Intelligenz. Die Börse reagiert nach einer rasanten Rallye jedoch mit Gewinnmitnahmen.

Am Montag rutscht das Papier um gut zwei Prozent auf 45,64 Euro ab. Das ist eine normale Atempause. Auf Sicht von 30 Tagen steht immer noch ein sattes Plus von über 25 Prozent auf der Kurstafel. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von über 75 derzeit eine heißgelaufene Aktie.

Zukauf und KI-Offensive

Bayer hat im Juni das US-Unternehmen Perfuse Therapeutics vollständig übernommen. Damit sichert sich der Konzern die Rechte am Augen-Implantat PER-001. Der Wirkstoff befindet sich in der klinischen Phase II. Er soll Patienten mit Glaukom und diabetischer Retinopathie helfen.

Bayer zahlt 300 Millionen US-Dollar vorab. Erreicht das Mittel alle Meilensteine bis zur Zulassung, steigt der Preis auf bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar.

Parallel dazu startete eine Forschungskooperation mit Iambic Therapeutics. Das Biotech-Unternehmen nutzt Künstliche Intelligenz, um neue Medikamente zu entwickeln. Das Ziel: Bayer will die teure und langwierige Suche nach Wirkstoffen drastisch verkürzen.

Die teure Altlast

Diese Investitionen belasten eine ohnehin angespannte Bilanz. Die Nettoverschuldung kletterte im ersten Quartal auf 32,5 Milliarden Euro. Allein in den ersten Monaten des Jahres flossen zwei Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten ab.

Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit rechtsbedingten Abflüssen von rund fünf Milliarden Euro. Die Folge: Der freie Cashflow rutscht voraussichtlich ins Minus. Dennoch hält der Vorstand an der Jahresprognose fest. Im Juli 2026 folgt die finale Anhörung zum milliardenschweren Glyphosat-Vergleich.

Zulassungen als Katalysator

Abseits der Deals laufen wichtige regulatorische Prozesse. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Kontrastmittel Gadoquatrane kürzlich unter dem Namen AMBELVIST freigegeben. In Europa prüft die EMA derweil den Hoffnungsträger Asundexian.

Eine Phase-III-Studie lieferte hier starke Argumente. Asundexian senkte das Schlaganfallrisiko im Vergleich zu einem Placebo um 26 Prozent.

Bayer wandelt zwischen juristischer Aufarbeitung und strategischem Umbau. Die aktuelle Pipeline-Offensive muss schnell Resultate liefern, um die massiven Mittelabflüsse auszugleichen. Der nächste harte Prüfstein für diese Strategie ist der anstehende Bericht zum zweiten Quartal.

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