Bayer Aktie: 3 Milliarden Euro von Apollo
Bayer stärkt mit Apollo-Beteiligung und Anleiheemission die Bilanz. Ein Supreme- Court-Urteil entzieht Glyphosat-Klagen die Grundlage.

- Apollo investiert Milliarden in Pharmasparte
- US-Gericht stärkt Bayer in Glyphosat-Fragen
- Anhörung zu Sammelvergleich im August
- Quartalszahlen am 4. August erwartet
Die Bayer-Aktie legt am heutigen Montag um 1,15 Prozent zu und notiert bei 46,54 Euro. Damit bleibt das Papier rund 13,6 Prozent unter seinem Zwölfmonatshoch von 53,86 Euro, das der Konzern am 3. Juli markiert hatte. Der Rücksetzer der vergangenen Wochen ändert nichts am grundsätzlichen Bild: Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein Plus von 25,75 Prozent zu Buche. Hinter der Kursbewegung liegt derzeit eine dichte Abfolge von Finanzierungs- und Rechtsnachrichten, die den Konzern in den vergangenen Wochen beschäftigt haben.
Frisches Kapital von Apollo und vom Anleihemarkt
Bayer hat seine Bilanz zuletzt mit mehreren Großtransaktionen gestärkt. Anfang Juli erwarb Apollo Global Management eine Eigenkapitalbeteiligung von 3 Milliarden Euro an der Pharmasparte des Konzerns. Ziel der Transaktion war es laut Berichten, den finanziellen Spielraum von Bayer zu erhöhen und die Bilanz zu entlasten. Kurz darauf platzierte der Konzern US-Dollar-Anleihen im Volumen von 5 Milliarden Dollar in fünf Tranchen mit Laufzeiten zwischen fünf und 30 Jahren – nach eigenen Angaben war die Emission mehrfach überzeichnet. Ende Juli bestätigte sich laut einem Bericht des FINANCE Magazins der Abschluss dieser Anleiheplatzierung, die der Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten dient und damit direkt an den Apollo-Deal anknüpft. Für Anleger ergibt sich daraus ein Bild eines Konzerns, der seinen finanziellen Spielraum aktiv erweitert, während im Hintergrund die juristische Aufarbeitung der Glyphosat-Verfahren weiterläuft.
Parallel zu den Finanzierungsschritten meldete Bayer am 21. Juli eine Veränderung der Beteiligungsverhältnisse durch einen meldepflichtigen institutionellen Investor gemäß der Stimmrechtsmitteilung nach dem Wertpapierhandelsgesetz. Details zu Umfang oder Richtung der Veränderung wurden dabei nicht genannt, die Meldung reiht sich aber in eine Phase erhöhter Investorenaufmerksamkeit für den Konzern ein.
Supreme Court stärkt Position, Sammelvergleich vor finaler Anhörung
Rechtlich bekam Bayer im Juni einen bedeutenden Rückenwind: Der US Supreme Court entschied im Fall Monsanto Co. v. Darnell mit 7:2 Stimmen, dass bundesrechtliche Vorgaben der Umweltbehörde EPA Vorrang vor einzelstaatlichen Pflichten zu Warnhinweisen haben. Das Urteil entzieht damit Tausenden laufenden Glyphosat-Klagen, die sich auf angeblich fehlende Krebswarnungen stützen, ihre rechtliche Grundlage. Am 19. August steht nun die gerichtliche Anhörung zur finalen Genehmigung des umfassenden Glyphosat-Sammelvergleichs in den USA an – ein Termin, der als nächster wichtiger Meilenstein in der juristischen Aufarbeitung der Altlasten gilt.
Um operative Risiken und rechtliche Lasten künftig getrennt zu verwalten, hat Bayer Anfang Juli sein US-Glyphosatgeschäft organisatorisch neu aufgestellt und in eine eigene Einheit namens „Ruveon“ ausgegliedert. Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Konzern versucht, die Altlasten aus dem Monsanto-Erbe klarer von seinem operativen Kerngeschäft abzugrenzen. Zusätzlich belastete zuletzt der europäische Pharmasektor insgesamt, nachdem der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump neue Zollpläne auf importierte Arznei-Generika angekündigt hatte – auch Bayer geriet dadurch kurzfristig unter Druck.
Quiet Period vor Halbjahreszahlen, Pipeline-Kooperation mit Kairos Pharma
Seit dem 15. Juli befindet sich Bayer offiziell in der „Quiet Period“ vor der Veröffentlichung der Ergebnisse zum zweiten Quartal, die für den 4. August angesetzt ist. Das Management äußert sich in dieser Phase nicht zur laufenden Geschäftsentwicklung, was die Nachrichtenlage rund um operative Details derzeit dünn hält. Auf der Forschungsseite meldete Kairos Pharma am 24. Juli eine strategische Kooperation mit Bayer: Gemeinsam soll eine Kombinationstherapie aus dem Bayer-Präparat Xofigo und dem Antikörper ENV-105 bei metastasiertem Prostatakrebs evaluiert werden. Für Bayer ist das ein Signal, dass trotz der Kapital- und Rechtsthemen auch die onkologische Pipeline weiterentwickelt wird.
Für Anleger bündeln sich damit in den kommenden Wochen mehrere Termine mit Gewicht: die Halbjahreszahlen am 4. August und die Anhörung zum Glyphosat-Vergleich am 19. August. Beide Ereignisse dürften zeigen, ob sich die zuletzt erkämpfte finanzielle und rechtliche Entlastung auch operativ niederschlägt.
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