Bayer Aktie: 5. Juni endet Opt-out-Frist

Bayer überwindet charttechnische Hürde dank positiver Signale aus Glyphosat-Vergleich und Pharma-Pipeline. Schuldenlast bleibt jedoch Belastung.

Die Kernpunkte:
  • Opt-out-Frist für Roundup-Vergleich endet
  • Kerendia-Studie senkt Nierenrisiko signifikant
  • Aktie steigt über 200-Tage-Linie
  • Hohe Verschuldung bremst Erholung

Bei Bayer treffen zwei Nachrichten auf einen Markt, der lange vor allem auf Risiken geschaut hat. In den USA läuft eine wichtige Frist im Glyphosat-Komplex aus. Parallel liefert die Pharmasparte neue Studiendaten zu Kerendia.

Die Aktie steigt am Freitag auf 36,08 Euro und gewinnt 2,09 Prozent. Der Sprung reicht, um ein technisches Signal zurückzuerobern.

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Auch charttechnisch hilft das. Bayer liegt wieder über der 200-Tage-Linie. Deren Wert steht bei 35,80 Euro.

Glyphosat-Frist setzt den Ton

Am 5. Juni endet in den USA die Opt-out-Frist für den Roundup-Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar. Das Paket soll bestehende und künftige Krebsklagen bündeln.

Für Bayer zählt nun, wie viele Kläger aussteigen. Eine hohe Zustimmung würde helfen, die Rechtsrisiken besser einzugrenzen. Genau daran hängt ein großer Teil der Bewertung.

Neu ist auch die juristische Stoßrichtung. Analysten verweisen auf Schriftsätze, die eine offensivere Strategie zeigen. Bayer will den Fall an ein Bezirksgericht in Missouri zurückbringen. Das gilt als günstiger als ein Verfahren in Kalifornien.

Die UBS bleibt bei ihrer Kaufempfehlung und nennt ein Kursziel von 52 Euro. Analyst Matthew Weston sieht in den neuen Dokumenten einen möglichen Schritt zu mehr Kontrolle über die Klagewelle.

Kerendia stärkt die Pharmasparte

Rückenwind kommt auch aus der Pipeline. Auf dem Nierenkongress ERA in Glasgow stellte Bayer die vollständigen Ergebnisse der Phase-III-Studie FIND-CKD vor.

Kerendia senkte bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen ohne Diabetes das Risiko schwerer kombinierter nieren-kardiovaskulärer Ereignisse signifikant. Damit könnte Bayer das Marktpotenzial des Mittels deutlich ausweiten.

Hinzu kommt ein weiterer regulatorischer Impuls. Die US-Gesundheitsbehörde FDA prüft Kerendia bei Typ-1-Diabetes beschleunigt. Für die Pharmasparte wäre ein breiterer Einsatz wichtig, weil Bayer Wachstumsträger braucht.

Schulden bleiben der Gegenpol

Judith Hartmann ist seit 1. Juni Finanzchefin. Der Markt verbindet ihren Start mit der Erwartung strengerer Kapitaldisziplin. Die Nettoverschuldung von über 32 Milliarden Euro bleibt eine klare Belastung.

Die jüngste Erholung ändert daran wenig. Auf Monatssicht liegt die Aktie noch 6,33 Prozent im Minus. Seit Jahresanfang beträgt der Rückgang 5,12 Prozent.

Auf Jahressicht steht dagegen ein Plus von 37,26 Prozent. Das zeigt, wie stark sich die Stimmung vom Tiefpunkt gelöst hat. Der Weg zurück zu einer stabilen Neubewertung bleibt aber eng an die Rechtslage gebunden.

Ende Juni folgt der nächste wichtige Termin: der erwartete Supreme-Court-Beschluss im Fall Durnell. Ein Urteil zugunsten Bayers könnte laut Brancheneinschätzungen bis zu 80 Prozent der verbleibenden Klagen die Grundlage entziehen. Bis dahin bleibt die heutige Erholung vor allem ein Signal, dass der Markt wieder auf juristische Entlastung setzt.

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