Bayer Aktie: 54 Prozent Kursexplosion in 30 Tagen

Bayer lagert US-Glyphosatgeschäft aus und erzielt juristischen Erfolg. Die Aktie legt massiv zu, Analysten spekulieren auf einen Verkauf.

Die Kernpunkte:
  • Auslagerung des US-Glyphosatgeschäfts
  • Kursrallye von fast 54 Prozent
  • Supreme Court kippt tausende Klagen
  • Strafzölle gegen China beantragt

Jahrelang haben Investoren einen Umbau gefordert. Nun lagert Bayer sein US-Glyphosatgeschäft in eine eigenständige Gesellschaft aus. Ruveon LLC heißt die neue Einheit mit Sitz in St. Louis. Offiziell bleibt sie Teil des Konzerns. Die Börse wittert jedoch mehr.

Fantasie auf einen Verkauf

Das Management plant, Ruveon gezielt auf den US-Markt auszurichten. Die neue Einheit steuert Preise, Produktion und Logistik künftig eigenständig. Der Schritt gehört zum Fünfjahresprogramm der Agrarsparte Crop Science. Bayer will im harten Generika-Wettbewerb wendiger agieren.

Analysten interpretieren den Vorgang völlig anders. Stefan Wulf vom Brokerhaus ODDO BHF sieht in der separaten Struktur eine klare Vorbereitung. Ein späterer Verkauf oder Börsengang wird dadurch deutlich einfacher. Bayer selbst dementiert solche Pläne aktuell. Die Hoffnungen der Anleger treibt das trotzdem an.

Kursexplosion und juristischer Erfolg

Der Markt feiert die Neuigkeiten massiv. Am Freitag schloss die Aktie bei 53,04 Euro. Das entspricht einem rasanten Kursplus von fast 54 Prozent innerhalb von nur 30 Tagen. Kein Wunder.

Die hohe Dynamik folgt auf einen entscheidenden juristischen Sieg. Ende Juni kippte der US Supreme Court tausende Klagen wegen angeblich fehlender Krebswarnungen auf Unkrautvernichtern. Bundesrecht bricht hier einzelstaatliches Recht. Dieser Durchbruch vor Gericht entzieht den Klägern die Grundlage.

Die Rallye treibt den Kurs mittlerweile in überkaufte Zonen. Der Relative Strength Index warnt mit einem extremen Wert von 85,1. Die Aktie notiert aktuell knapp 43 Prozent über ihrem langfristigen 200-Tage-Durchschnitt.

Angriff gegen China und wichtige Termine

Parallel dazu teilt Bayer handelspolitisch hart aus. Der Konzern hat in den USA Strafzölle gegen billiges Glyphosat aus China beantragt. Ruveon und die Tochter Monsanto sehen sich als letzte verbliebene US-Produzenten massiv bedrängt.

Zwei konkrete Termine bestimmen nun den weiteren Weg. Am 4. August präsentiert der Vorstand die Bilanz für das zweite Quartal. Investoren achten dann besonders auf den Abbau der massiven Schuldenlast von 32,5 Milliarden Euro. Kurz darauf folgt am 19. August eine entscheidende Gerichtsanhörung. Dort steht die endgültige Genehmigung eines milliardenschweren Sammelvergleichs im Glyphosat-Streit an.

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