Bayer Aktie: 7,25-Milliarden-Dollar-Entscheidung am 14. September

Bayer erhält in Japan die Zulassung für sein Krebsmedikament Hyrnuo. Derweil bleibt die Glyphosat-Anhörung am 14. September der entscheidende Kurstreiber.

Die Kernpunkte:
  • Japan genehmigt Bayer-Krebsmittel Hyrnuo
  • Glyphosat-Anhörung auf September verschoben
  • Bayer-Aktie notiert nahe Jahreshoch
  • Analysten hoben zuletzt Kursziele an

Bayer hat in Japan die Zulassung für Hyrnuo (Wirkstoff Sevabertinib) bei HER2-mutiertem, nicht kleinzelligem Lungenkrebs erhalten. Die Nachricht vom Montag rückt die Pharmasparte in den Fokus, während sich der Rechtsstreit um Glyphosat weiter hinzieht.

Onkologie liefert operative Fortschritte

Die japanische Zulassung ist für Bayer ein weiterer Baustein im Aufbau der Onkologie-Pipeline, die neben dem laufenden Kerngeschäft mit Pflanzenschutz und Gesundheitsprodukten als Wachstumstreiber gilt.

Erst Mitte August hatte der Konzern für das zweite Quartal einen währungsbereinigt um 2,2 Prozent gestiegenen Umsatz von 10,9 Milliarden Euro sowie ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,1 Milliarden Euro gemeldet. Vorstandschef Bill Anderson zeigte sich zuversichtlich, man sei „operativ auf einem guten Weg, die Jahresziele zu erreichen“.

Auch im Agrarbereich gibt es Bewegung: Der Partner MustGrow Biologics bestätigte am Freitag den Erhalt einer ersten Meilensteinzahlung von Bayer im Rahmen einer bestehenden Kooperation.

Glyphosat-Anhörung bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor

Trotz der positiven Unternehmensmeldungen bleibt die Rechtslage rund um Glyphosat der wichtigste Kurstreiber. Die Anhörung zur gerichtlichen Billigung des 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Roundup-Vergleichs war ursprünglich für den 19. August angesetzt, fand jedoch nicht statt und wurde auf den 14. September verschoben.

Bis zu diesem Termin dürfte die Unsicherheit über den Ausgang der US-Rechtsstreitigkeiten die Bewertung der Aktie prägen. Ergänzend hatte Bayer Anfang August zu einer abschließenden, rechtlich nicht bindenden Stellungnahme des Bundeskartellamts zur sogenannten 50+1-Regel Stellung genommen – ein Thema mit eher randständiger Bedeutung für das operative Geschäft.

Kurs behauptet sich nahe dem Jahreshoch

Die Aktie schloss am Mittwoch bei 48,92 Euro und gab damit leicht um 0,6 Prozent nach. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 4,0 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 32 Prozent verteuert. Damit notiert das Papier weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 41,11 Euro, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen aktuell noch rund 9 Prozent.

Anfang August hatten mehrere Analysehäuser ihre Kursziele angehoben: Goldman Sachs sah Bayer bei 63,50 Euro, UBS bei 62 Euro und JPMorgan bei 61 Euro, jeweils mit positiver Einstufung. Diese Einschätzungen datieren jedoch bereits gut drei Wochen zurück und markieren damit den Stand von damals, nicht die aktuelle Meinungslage.

Ausblick: Entscheidung am 14. September als nächster Prüfstein

Für Anleger bleibt der 14. September der maßgebliche Termin. Erst mit der gerichtlichen Entscheidung über den Roundup-Vergleich dürfte sich zeigen, ob die operativen Fortschritte in Pharma und Agrar – wie zuletzt die Zulassung in Japan – nachhaltig in die Bewertung einfließen können oder ob die Rechtsrisiken weiterhin als Bremse wirken.

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