Bayer Aktie: 7,25-Milliarden-Vergleich vor Entscheidung am 9. Juli

Bayer steht vor wegweisenden US-Gerichtsentscheidungen zu Roundup-Vergleichen. Die Aktie konsolidiert nach starkem Anstieg.

Die Kernpunkte:
  • Wichtige Gerichtsentscheidungen in den USA
  • Milliardenschwerer Sammelvergleich in St. Louis
  • Separates Verfahren in Kalifornien läuft
  • Aktie zeigt technische Überhitzungssignale

Die Bayer-Aktie gönnt sich eine Verschnaufpause. Nach einem Kursanstieg von knapp 42 Prozent im vergangenen Monat notiert das Papier aktuell bei 50,16 Euro. Der leichte Tagesverlust täuscht über die eigentliche Brisanz hinweg. In den USA stehen am Donnerstag wegweisende Gerichtsentscheidungen an.

Die technischen Indikatoren zeigen derzeit eine deutliche Überhitzung. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beläuft sich auf rund 34 Prozent. Ein Relative-Stärke-Index von 71,4 signalisiert zudem einen überkauften Zustand. Das erklärt die aktuelle Konsolidierung unter dem jüngsten Jahreshoch von 53,86 Euro.

Entscheidungstag in St. Louis

Richter Timothy Boyer entscheidet am heutigen 9. Juli über einen massiven Sammelvergleich. Es geht um 7,25 Milliarden US-Dollar. Die Vereinbarung soll den Großteil der noch anhängigen Roundup-Klagen vor US-Bundesstaatengerichten beenden.

Das Paket deckt Kläger mit einer Non-Hodgkin-Lymphom-Diagnose ab. Individuelle Auszahlungen sollen zwischen 6.000 und über 165.000 Dollar liegen. Einwender kritisieren diese Summen als zu niedrig. Sie halten zudem die Verfahren zum Ausstieg für unzumutbar.

Hängepartie in Kalifornien

Parallel läuft ein weiteres wichtiges Gerichtsverfahren. Bundesrichter Vince Chhabria in San Francisco bündelt knapp 4.000 separate Klagen. Diese laufen völlig unabhängig vom Vergleich in Missouri. Chhabria prüft derzeit die Auswirkungen eines aktuellen Urteils des Supreme Court.

Das oberste US-Gericht urteilte Ende Juni zugunsten von Bayer. Der Konzern kann wegen fehlender Krebswarnhinweise auf Etiketten nicht verklagt werden. Bundesrecht verdrängt hier einzelstaatliche Vorgaben. Die Folge: Klägeranwälte stützen sich nun auf angebliche Konstruktionsfehler oder Fahrlässigkeit.

Chhabria bezeichnete die bisher eingereichten Erklärungen beider Seiten am Mittwoch als unbefriedigend. Seine finale Entscheidung gilt als starker Katalysator für die Bayer-Aktie. Weist er die Klagen ab, fällt ein enormes Risiko für den Konzern weg.

Der heutige Gerichtstermin in Missouri gibt die kurzfristige Richtung vor. Stimmt Richter Boyer dem milliardenschweren Vergleich endgültig zu, verschwindet ein gewaltiger Teil der jahrelangen juristischen Unsicherheit. Die charttechnische Verschnaufpause der Aktie könnte dann zügig enden.

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