Bayer Aktie: 7,25-Milliarden-Vergleich zur Anhörung am 9. Juli
Bayer erzielt Fortschritte im Glyphosat-Komplex und übernimmt Perfuse Therapeutics für bis zu 2,45 Mrd. Dollar.

- US-Richter verweist Glyphosat-Vergleich zurück
- Supreme-Court-Urteil für Ende Juni erwartet
- Übernahme von Perfuse Therapeutics abgeschlossen
- EU-Parlament lockert Gentechnik-Kennzeichnungsregeln
Der Glyphosat-Streit begleitet Bayer seit Jahren wie ein Schatten. Nun verdichten sich die Signale, dass sich das juristische Bild aufhellt — zumindest ein Stück weit.
Vergleich zurück vor US-Gericht
Ein US-Bundesrichter hat den 7,25 Milliarden Dollar schweren Sammelvergleich zu künftigen Roundup-Klagen an ein Gericht in St. Louis zurückverwiesen. Bayer begrüßte den Schritt und sprach von „dringend benötigter Klarheit“. Der Vergleich soll Ansprüche rund um Non-Hodgkin-Lymphom-Erkrankungen abdecken. Die entscheidende Anhörung zur Genehmigung findet am 9. Juli 2026 statt.
Parallel wartet der Markt auf ein Urteil des US Supreme Court. Im Fall „Monsanto v. Durnell“ geht es um das Bundesvorkaufsrecht bei Warnhinweisen — erwartet für Ende Juni 2026. Die UBS schätzt die Erfolgswahrscheinlichkeit für Bayer auf etwa 70 Prozent. Scheitert Bayer jedoch vor dem Supreme Court und bleibt die Zuständigkeit beim als kritisch geltenden Richter Vince Chhabria in Kalifornien, sieht die Bank einen theoretischen Kursboden bei 28,00 Euro. Ihr Kursziel bleibt bei 52,00 Euro, die Einstufung bei „Buy“.
Pharma-Zukauf mit Milliarden-Potenzial
Abseits der Gerichtssäle vollzog Bayer am Mittwoch die Übernahme von Perfuse Therapeutics. Das Biotech-Unternehmen aus Kalifornien geht vollständig in den Konzern über. Bayer zahlt zunächst 300 Millionen Dollar. Durch Meilensteinzahlungen kann der Gesamtwert auf bis zu 2,45 Milliarden Dollar steigen.
Im Mittelpunkt steht der Wirkstoff PER-001 — ein intravitreales Implantat in klinischer Phase II. Es soll Glaukome und diabetische Retinopathie behandeln. Bayer stärkt damit sein ophthalmologisches Portfolio gezielt.
Kurs zwischen Hoffnung und Risiko
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 37,51 Euro. Auf Sieben-Tages-Sicht steht ein Plus von 4,40 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier mit gut einem Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 49,93 Euro ist die Aktie noch rund 25 Prozent entfernt.
Zusätzlich hat das EU-Parlament für eine Lockerung der Kennzeichnungsregeln bei bestimmten gentechnischen Verfahren gestimmt. Das könnte Bayers Agrarsparte bei der Vermarktung neuer Saatgut-Technologien langfristig helfen. Die nächste harte Zahl liefert der Konzern am 4. August — dann erscheinen die Quartalsergebnisse für Q2 2026.
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