Bayer Aktie: Apollo-Deal bringt 3,0 Milliarden Euro
Bayer erwartet durch die Apollo-Partnerschaft eine niedrigere Verschuldung, investiert zugleich in neue Pharmawirkstoffe und bestätigt seine Jahresziele.

- Apollo bringt drei Milliarden Euro Eigenkapital
- Schuldenprognose für Jahresende gesenkt
- Perfuse-Zukauf erweitert Augenheilkunde-Pipeline
- Crop Science wächst, Pharma rückläufig
Bayer arbeitet an mehreren Fronten gleichzeitig an seiner Zukunft – finanziell, rechtlich und operativ. Während die juristische Aufarbeitung des Glyphosat-Komplexes weiterläuft, rückt eine andere Entwicklung stärker in den Fokus: die geplante Entschuldung über die Partnerschaft mit Apollo Global Management.
Apollo-Deal soll Bilanz spürbar entlasten
Im Juli hatte Bayer mit Apollo Global Management eine Vereinbarung getroffen, die dem Konzern frisches Eigenkapital verschafft. Apollo übernimmt eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, die Bayers Verhütungsmittel-Sparte LARC bündelt.
Im Gegenzug fließen Bayer 3,0 Milliarden Euro an Eigenkapital zu, der Konzern behält Mehrheit und operative Kontrolle über das Geschäft. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal erwartet.
Die Wirkung zeigt sich bereits in der Prognose: Nach dem zweiten Quartal senkte Bayer die erwartete Nettofinanzverschuldung zum Jahresende von zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro auf nunmehr 29 bis 30 Milliarden Euro.
Für einen Konzern, dessen Bilanz seit Jahren im Zentrum der Anlegerkritik steht, ist das ein spürbares Signal. Die übrige Jahresguidance blieb unverändert: Bayer rechnet weiterhin mit einem Umsatz zwischen 44,7 und 47,0 Milliarden Euro sowie einem Kern-Ergebnis je Aktie von 4,10 bis 4,80 Euro.
Pipeline wächst durch Zukauf und eigene Entwicklung
Parallel zur Kapitalmaßnahme baut Bayer seine Pharma-Pipeline aus. Im Mai sicherte sich der Konzern mit der Übernahme von Perfuse Therapeutics Zugriff auf den Wirkstoffkandidaten PER-001, der sich in einer Phase-II-Studie gegen Glaukom und diabetische Retinopathie befindet.
Die Transaktion umfasst eine Sofortzahlung von 300 Millionen US-Dollar sowie weitere Meilensteinzahlungen, die an Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungserfolge geknüpft sind – in Summe könnte der Deal bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar erreichen. Damit erweitert Bayer seine Ophthalmologie-Sparte um einen zusätzlichen Wachstumsvektor.
Auf der Ergebnisseite zeigte sich im zweiten Quartal ein gemischtes Bild zwischen den Divisionen. Crop Science steigerte das bereinigte Ergebnis um 30,2 Prozent, während Pharma um 3,6 Prozent zurückfiel. Das Krebsmittel Nubeqa erzielte im Quartal einen Umsatz von 820 Millionen Euro und bleibt damit einer der tragenden Umsatzträger im Pharma-Segment.
Führungswechsel mit Kontinuität
Auch personell hat Bayer in diesem Jahr Weichen gestellt. Zum 1. Juni übernahm Judith Hartmann den Posten der Finanzvorständin von Wolfgang Nickl, der zum Ende Mai in den Ruhestand ging. Zugleich verlängerte der Aufsichtsrat den Vertrag von Konzernchef Bill Anderson bis zum 31. März 2029 – ein Zeichen dafür, dass der eingeschlagene Kurs aus Entschuldung, Portfoliobereinigung und Pipeline-Ausbau fortgesetzt werden soll.
An der Börse notierte die Bayer-Aktie zuletzt bei 49,08 Euro und damit rund ein Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 48,57 Euro. Der Titel bewegt sich damit weiterhin im Rahmen seines Aufwärtstrends, ohne dass sich am aktuellen Kursniveau ein neuer Impuls ablesen ließe – die eigentliche Bewegung dürfte von der Umsetzung der angekündigten Maßnahmen abhängen.
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