Bayer Aktie: Asundexian erhält Chinas Zulassung

Der FXIa-Hemmer ist in China zugelassen; Bayer meldete zeitweise einen Kursanstieg von knapp drei Prozent.

Die Kernpunkte:
  • China gibt Asundexian für Schlaganfallprävention frei
  • Erstes zugelassenes Mittel seiner Wirkstoffklasse
  • Studie zeigt 26 Prozent weniger Schlaganfälle
  • Zulassungsanträge in Europa und Japan laufen

China lässt den Hoffnungsträger Asundexian zu, und die Aktie reagiert prompt. Bayer darf den Gerinnungshemmer dort unter dem Markennamen Sunharbo verkaufen. Im Xetra-Handel notierte das Papier zeitweise knapp drei Prozent im Plus bei 45,24 Euro und lag damit an der DAX-Spitze.

Erste Zulassung einer neuen Wirkstoffklasse

Die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA hat Asundexian zur Schlaganfallprävention freigegeben. Das Mittel richtet sich an Patienten, die bereits einen ischämischen Schlaganfall oder eine hochriskante transitorische ischämische Attacke erlitten haben. Es ist weltweit das erste zugelassene Medikament aus der Klasse der FXIa-Hemmer. Diese wirken gezielt auf ein Protein, das an der Bildung von Blutgerinnseln beteiligt ist.

Die Zulassung stützt sich auf die Oceanic-Stroke-Studie. Danach senkt der Wirkstoff in Kombination mit Plättchenhemmern das Risiko weiterer Schlaganfälle um 26 Prozent. Schwere Blutungen traten nicht häufiger auf als unter Placebo. Genau hier liegt der Reiz gegenüber bisherigen Blutverdünnern.

Pharmaforschungschef Christian Rommel sprach von einem wichtigen Meilenstein. Es gebe in dem Bereich seit rund zwei Jahrzehnten kaum therapeutische Fortschritte. In China ist der ischämische Schlaganfall die häufigste Ursache für Todesfälle und Invalidität.

Wachstumstreiber für ein Pharmageschäft unter Druck

Für Bayer kommt der Schritt zur rechten Zeit. Die früheren Kassenschlager Xarelto und Eylea verlieren nach Patentabläufen Umsatz an Nachahmerprodukte. Asundexian soll diese Lücke perspektivisch schließen.

Der Weg dorthin war holprig. 2023 brach Bayer eine Phase-III-Studie bei Patienten mit Vorhofflimmern wegen mangelnder Wirksamkeit vorzeitig ab. Die Daten zur Schlaganfallprävention weckten dann vor rund einem Jahr neue Hoffnungen. Morgan Stanley taxierte das Spitzenumsatzpotenzial im Februar auf bis zu vier Milliarden Euro.

China gewährte ein verkürztes Verfahren, das Bayer bereits im Mai bekannt gemacht hatte. Parallel laufen Anträge in Europa und Japan. In den USA prüft die Behörde ebenfalls beschleunigt, ein Ergebnis dürfte bald vorliegen. Diese Entscheidung ist der nächste konkrete Prüfstein für das Blockbuster-Potenzial.

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