Bayer Aktie: Asundexian vor EMA-Prüfung
Bayers Schlaganfall-Medikament Asundexian durchläuft nun das offizielle EU-Zulassungsverfahren. Analysten sehen Potenzial, doch Glyphosat-Risiken belasten weiter.

- EMA validiert Zulassungsantrag für Asundexian
- Comeback nach Rückschlag bei Vorhofflimmern
- Berenberg hebt Kursziel leicht auf 40,50 Euro
- Rechtsstreitigkeiten drücken auf Dividende
Die Europäische Arzneimittelagentur hat den Zulassungsantrag für Bayers Schlaganfallmittel Asundexian validiert. Das ist mehr als eine Formalie — es startet das offizielle Bewertungsverfahren in Europa und markiert einen konkreten Fortschritt für ein Präparat, auf das der Konzern viel setzt.
Comeback nach dem Vorhofflimmern-Flop
Asundexian hatte 2023 einen frühen Rückschlag erlitten. Bei Patienten mit Vorhofflimmern zeigte das Mittel nicht die erhoffte Wirkung. In der Sekundärprävention ischämischer Schlaganfälle sieht die Datenlage jedoch deutlich besser aus — bei gleichzeitig niedrigem Blutungsrisiko. Bayer hat den Faktor-XIa-Hemmer neu positioniert und stellt nun in drei Märkten gleichzeitig Zulassungsanträge.
Es ist der erste Antrag dieser Wirkstoffklasse in Europa. Grundlage sind Daten der Phase-III-Studie OCEANIC-STROKE. China und die USA haben bereits Priority Review gewährt. Das Marktpotenzial ist real: Schlaganfälle sind die zweithäufigste Todesursache in Europa, rund 10 Millionen Menschen leben dort mit ihren Folgen.
Berenberg hebt Kursziel leicht an
Analyst Sebastian Bray von Berenberg hat das Kursziel für die Bayer-Aktie von 40,00 auf 40,50 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt „Hold“. Bray begründet die Anpassung mit höherer Profitabilität im Pharmabereich und günstigeren Währungseffekten.
Beim zentralen Glyphosat-Risiko bleibt er vorsichtig. Die Wahrscheinlichkeit einer für Bayer günstigen Supreme-Court-Entscheidung im „Durnell“-Fall schätzt er auf 60 Prozent — nahe an einem Münzwurf, wie er selbst einräumt. Auch beim Glyphosat-Vergleich sieht er noch viele offene Ausgänge.
Rechtslast drückt auf die Dividende
Die finanziellen Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten sind weiterhin erheblich. Im ersten Quartal 2026 flossen netto über zwei Milliarden Euro ab — überwiegend für PCB- und Glyphosat-Klagen. Das schlägt sich direkt in der Ausschüttungspolitik nieder: Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Bayer nur noch 0,11 Euro je Aktie als Dividende.
Die Aktie notiert aktuell bei 36,06 Euro — rund 28 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,93 Euro und knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut fünf Prozent.
Der nächste konkrete Termin ist bereits bekannt: Am Donnerstag, 18. Juni, gibt es den nächsten Opinion Day am US Supreme Court. Ein günstiges Urteil im Glyphosat-Fall würde die größte Unsicherheit für die Aktie erheblich reduzieren — ein ungünstiges dürfte den Druck auf den Kurs spürbar erhöhen.
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