Bayer Aktie: Berufungsgericht stärkt Position vor 14. September

Ein Berufungsgericht stärkt Bayers Position beim Glyphosat-Vergleich, während die Entscheidung in Missouri und ein Pharmantrag bevorstehen.

Die Kernpunkte:
  • Berufungsgericht weist Vergleichs-Einspruch zurück
  • Anhörung in Missouri am 14. September
  • Bayer beantragt Kerendia-Erweiterung in Japan
  • Barclays hebt Bayer-Kursziel auf 70 Euro

Ein US-Bundesberufungsgericht hat Kritikern des milliardenschweren Glyphosat-Vergleichs eine Absage erteilt. Der Eighth Circuit Court of Appeals wies Ende August den Versuch von Einsprechern zurück, den Sammelvergleich vor ein Bundesgericht zu bringen. Für Bayer ist das ein juristischer Etappenerfolg, wenige Wochen bevor sich die eigentliche Entscheidung in Missouri anschließt.

Weichenstellung vor dem 14. September

Der Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar war im Februar angekündigt worden. Seither hängt viel davon ab, wie belastbar die rechtliche Konstruktion ist – und genau dort setzte der Einspruch an, den das Berufungsgericht nun abschmetterte.

Die Entscheidung entzieht Kritikern eine mögliche Ausweichroute über die Bundesgerichtsbarkeit und stärkt die Position des Konzerns vor der zentralen Anhörung am 14. September vor dem Missouri Circuit Court.

Dort soll unter anderem geklärt werden, ob einzelne Widerrufserklärungen von Klägern, die aus dem Vergleich aussteigen wollen, überhaupt gültig sind. Die Parteien erhielten dafür rund drei zusätzliche Wochen Bearbeitungszeit, der Termin war entsprechend verschoben worden.

Anleger werten die Entwicklung als Signal, dass sich der langjährige Rechtsstreit um Roundup allmählich in geordnete Bahnen lenken lässt. Ein tragfähiger Vergleich würde eine der größten Unsicherheiten aus der Bayer-Bilanz nehmen, auch wenn bis zur endgültigen Umsetzung noch mehrere juristische Etappen anstehen.

Pharma-Pipeline liefert zusätzliche Argumente

Parallel zur Rechtsfront treibt Bayer sein Pharmageschäft voran. Ende August reichte der Konzern in Japan einen Zulassungsantrag für Kerendia (Finerenon) ein – diesmal nicht für die bislang zugelassene Indikation bei diabetesbedingter chronischer Nierenerkrankung, sondern für die nicht-diabetische Form.

Grundlage sind positive Ergebnisse der Phase-III-Studie FIND-CKD. Kerendia ist bereits seit 2021 in mehr als 100 Ländern zugelassen, die japanische Erweiterung würde das Einsatzspektrum des Präparats deutlich vergrößern.

Zusätzliche Substanz bringt der im Juni abgeschlossene Zukauf von Perfuse Therapeutics, mit dem Bayer die vollen Rechte am Phase-II-Kandidaten PER-001 gegen Glaukom und diabetische Retinopathie erhielt. Solche Bausteine untermauern die Strategie, das Pharmageschäft über neue Wirkstoffe und Indikationserweiterungen zu verbreitern, während die Agrarsparte und die Rechtsrisiken im Fokus der Anleger bleiben.

Kurs bewegt sich seitwärts, Bewertung bleibt uneinheitlich

An der Börse zeigte die Aktie zuletzt kaum Reaktion auf die Nachrichtenlage. Am Freitag schloss das Papier bei 48,19 Euro, ein Minus von 0,6 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 1,3 Prozent zu Buche, während sich der Kurs binnen 30 Tagen kaum verändert hat.

Seit Jahresbeginn liegt Bayer dennoch deutlich im Plus, mit einem Zuwachs von 30 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro fehlen weiterhin rund 11 Prozent.

Vor wenigen Tagen hatte Barclays sein Kursziel für Bayer von 60 auf 70 Euro angehoben und die Einstufung „Overweight“ bestätigt – ein Hinweis darauf, dass zumindest ein Teil der Analystenschaft die juristischen und operativen Fortschritte positiv bewertet. Ob sich diese Einschätzung durchsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die Anhörung am 14. September ausgeht.

Anzeige

Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 12. September liefert die Antwort:

Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Bayer