Bayer Aktie: Bundestag stimmt am 10. Juli ab

Bayer startet Forschungspartnerschaft für Zelltherapie gegen Parkinson, während ein neues Gesetz die Pharmamargen bedroht.

Die Kernpunkte:
  • Forschungsallianz für Parkinson-Zelltherapie
  • Bundestag stimmt über Margenbelastung ab
  • Glyphosat-Verfahren vor Auflösung
  • Goldman Sachs erhöht Kursziel deutlich

Bayer erlebt an diesem Donnerstag zwei Nachrichten, die kaum unterschiedlicher sein könnten. In den USA startet der Konzern eine neue Forschungsallianz für Parkinson-Patienten. In Deutschland droht dagegen am Freitag ein Gesetz, das die Pharma-Margen belasten könnte.

Neue Allianz in Colorado: Fokus auf Zelltherapie

Bayer hat am Mittwoch eine Partnerschaft mit dem University of Colorado Anschutz Medical Campus bekannt gegeben. Mit dabei sind auch UCHealth und das Children’s Hospital Colorado. Es ist die erste Kooperation dieser Art zwischen Bayer und einem akademischen medizinischen Zentrum.

Das Ziel: Klinische Studien in den USA schneller durchführen. Patienten sollen früher Zugang zu experimentellen Therapien erhalten. Das erste konkrete Projekt steht bereits fest.

Das UCHealth University of Colorado Hospital wird Studienzentrum für eine Phase-III-Studie. Getestet wird eine neue Zelltherapie gegen fortgeschrittene Parkinson-Krankheit. Die Allianz deckt zudem Onkologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen sowie Frauengesundheit und Augenheilkunde ab.

Finanzielle Details nennt Bayer nicht. Die Vereinbarung bündelt vor allem Forschungsressourcen und klinische Kapazitäten der Partner.

Gesetzes-Abstimmung setzt Pharma-Margen unter Druck

Am Freitag, den 10. Juli, stimmt der Bundestag über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ab. Die Abstimmung erfolgt namentlich. Das Gesetz soll die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherungen stabilisieren.

Dafür plant der Gesetzgeber schärfere Preisdeckel und neue Rabattregeln für Arzneimittelhersteller. Analysten warnen, dass dies die Pharma-Margen von Konzernen wie Bayer belasten könnte. Die Opposition hat rechtliche Bedenken gegen den engen Zeitplan geäußert. Das erhöht die Unsicherheit zusätzlich.

Glyphosat-Verfahren: Bayer will Bündelung auflösen

Auch an der US-Rechtsfront tut sich etwas. In San Francisco findet heute eine Statuskonferenz vor Bundesrichter Vincent Chhabria statt. Bayer will erreichen, dass der Richter das gebündelte Verfahren mit fast 4.000 verbleibenden Glyphosat-Klagen auflöst.

Der Konzern beruft sich auf ein Urteil des US Supreme Court vom 25. Juni im Fall Durnell. Das Urteil stärkt den Vorrang von Bundesrecht bei Warnhinweisen. Bayer sieht dadurch die rechtliche Grundlage vieler Sammelklagen entfallen.

Eine Auflösung in Einzelprozesse gilt bei Marktexperten als Chance. Sie könnte die schwer kalkulierbaren Risiken gebündelter Verfahren weiter eindämmen.

Goldman Sachs sieht sinkende Rechtsrisiken

Die Bayer-Aktie notierte am Donnerstagmorgen bei rund 50,15 Euro. Das Papier hat in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt. Goldman Sachs hob das Kursziel am Montag von 55 auf 62,50 Euro an und beließ das Rating bei „Buy“.

Analyst James Quigley begründet die Anhebung mit gesunkenen Rechtsrisiken. Zusätzlich sieht er einen geringeren Bewertungsabschlag für das Pharmageschäft.

Zwei Termine bestimmen damit die kommenden Tage: die Bundestagsabstimmung am Freitag und die Statuskonferenz zum Glyphosat-Verfahren heute in San Francisco. Beide Ergebnisse dürften zeigen, wie stark regulatorische und juristische Risiken die Fortschritte in der Pharma-Pipeline noch überschatten.

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