Bayer Aktie: Chartbild hellt sich auf
Der Kurs zieht nach einem Rückgang wieder an; Vividion prüft VVD-214 nun auch bei zuvor unbehandeltem Darmkrebs.

- Aktie erholt sich vom 200-Tage-Durchschnitt
- 45,49 Euro als nächste Chartmarke
- Vividion behandelt ersten Studienteilnehmer
- Phase-2-Test kombiniert zwei Wirkstoffe
Bayer ringt weiter mit der eigenen Vergangenheit. Glyphosat-Verfahren in den USA, hohe Schulden und der Konzernumbau drücken auf die Bewertung, obwohl das operative Geschäft Fortschritte macht. Parallel liefert die Pharma-Pipeline neue Impulse, und auch die Charttechnik sendet frische Signale.
Charttechnik: Erholung nach der Korrektur
Ende Juni legte die Aktie innerhalb weniger Tage um knapp 42 Prozent zu und erreichte ein Jahreshoch von 53,92 Euro. Es folgte eine Korrektur. Bis Ende September pendelte der Kurs überwiegend zwischen 47,44 und 50,50 Euro, der Ausbruch nach oben scheiterte.
Anschließend rutschte die Aktie bis an den 200-Tage-Durchschnitt bei 42,55 Euro. Dort griffen Käufer zu, der Kurs zog zuletzt deutlich an und liegt aktuell bei rund 45 Euro. Chartanalysten sehen seit dem Hoch eine vollständige Konsolidierung. Den übergeordneten Abwärtstrend deuten sie zudem als mögliche bullische Flagge. Voraussetzung für diese Lesart: Die Aktie muss den Abwärtstrend überwinden.
Gelingt das, rücken zunächst 47,44 Euro und danach 48,92 Euro in den Blick. Nach oben liegen Widerstände bei 45,49 und 46,89 Euro. Auf der Unterseite bleibt der 200-Tage-Durchschnitt die wichtigste Marke. Fällt die Aktie nachhaltig darunter, könnte der seit April 2025 bestehende Aufwärtstrend bei 38,45 Euro ins Spiel kommen.
Krebsforschung: Phase-2-Studie gestartet
Operativ gibt es Neues aus der Onkologie. Die Bayer-Tochter Vividion hat den ersten Patienten in einer globalen Phase-2-Studie mit dem Wirkstoff VVD-214 behandelt. Der oral einzunehmende WRN-Hemmer wird dabei zusammen mit Pembrolizumab gegen Pembrolizumab allein getestet. Zielgruppe sind Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs mit MSI-high- oder dMMR-Merkmal, die noch keine Vorbehandlung hatten.
Geplant ist die Aufnahme von etwa 140 Patienten in rund 21 Ländern. Primärer Endpunkt ist die Rate des progressionsfreien Überlebens nach sechs Monaten. Damit weitet Vividion das Programm auf die Erstlinientherapie aus. Eine Phase-1b-Studie prüft den Wirkstoff bereits bei Patienten, deren Erkrankung nach früheren Therapien fortgeschritten ist. Frühe Daten zeigten laut Unternehmen eine gute Verträglichkeit und erste Hinweise auf Wirksamkeit.
Das Programm ist noch weit von einer Zulassung entfernt. Für die Pipeline-Story des Konzerns ist es dennoch ein sichtbarer Baustein, der zur These einer Neubewertung jenseits der Rechtsstreitigkeiten passt.
Was jetzt zählt
Charttechnisch entscheidet sich der nächste Schritt an der Marke von 45,49 Euro und am Abwärtstrend. Gelingt der Sprung darüber, liegt das erste Ziel bei 47,44 Euro. Rutscht die Aktie unter 42,55 Euro, wäre die Erholung hinfällig.
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