Bayer Aktie: CRISPR-Freigabe am 18. Juni

Bayer erzielt positive Entwicklungen in den Bereichen Glyphosat-Vergleich und EU-Gentechnikrecht. Analysten sehen Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • EU lockert Regeln für CRISPR-Pflanzen
  • Glyphosat-Vergleich bleibt in Missouri
  • Aktie notiert über 200-Tage-Linie
  • Nächste Entscheidungen im Juli erwartet

Bayer kämpft seit Jahren an zwei Fronten: dem juristischen Erbe von Glyphosat und dem politischen Gegenwind für Gentechnik in Europa. Am Donnerstag gab es auf beiden Schauplätzen positive Signale.

EU ebnet den Weg für CRISPR-Pflanzen

Das Europäische Parlament hat am 18. Juni für eine Lockerung der Gentechnik-Regeln gestimmt. Pflanzen, die mit Verfahren wie der Gen-Schere CRISPR entwickelt wurden und keine artfremde DNA enthalten, dürfen künftig ohne spezielle Kennzeichnung verkauft werden.

Für Bayers Agrar-Sparte ist das ein handfester Vorteil. Bayer und Wettbewerber Corteva halten gemeinsam rund 80 Prozent der relevanten Patente. Weniger bürokratische Hürden bedeuten schnelleren Marktzugang für klima- und schädlingsresistente Nutzpflanzen. Verbraucherschützer kritisieren die fehlende Kennzeichnungspflicht — das Patentrecht bleibt ebenfalls ein offener Streitpunkt.

Glyphosat-Verfahren bleibt in Missouri

Parallel dazu gab es Neuigkeiten aus den USA. Bundesrichter Henry Edward Autrey lehnte am 17. Juni den Antrag ab, den geplanten Glyphosat-Sammelvergleich nach Kalifornien zu verlegen. Das Verfahren bleibt in St. Louis, Missouri — dort ist bereits ein Großteil der Klagen gebündelt.

Das erhöht die Chancen auf eine geordnete Abwicklung des Vergleichs. Sein Volumen beläuft sich auf bis zu 7,25 Milliarden Dollar. Die Anhörung zur endgültigen Genehmigung folgt am 9. Juli. Bis Ende Juni erwartet der Markt außerdem eine Entscheidung des US Supreme Court, die den weiteren Umgang mit den Roundup-Klagen beeinflussen könnte.

UBS-Analyst Matthew Weston wertet die Rückverweisung nach Missouri als wichtigen Erfolg. Er bestätigt seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 52 Euro — das wäre ein Aufschlag von rund 38 Prozent auf den aktuellen Kurs.

Kurs über dem 200-Tage-Schnitt

Die Bayer-Aktie notiert bei 37,55 Euro und hat in den vergangenen sieben Tagen knapp 4,5 Prozent zugelegt. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 36,17 Euro — die Aktie handelt damit knapp darüber. Vom 52-Wochen-Hoch bei 49,93 Euro trennen sie noch rund 25 Prozent.

Der 9. Juli wird zum nächsten Schlüsseldatum. Bestätigt das Gericht in Missouri den Vergleich, fällt ein zentrales Risiko weg, das Bayers Bewertung seit der Monsanto-Übernahme belastet. Die Supreme-Court-Entscheidung noch vor Monatsende könnte das Bild vorher schon grundlegend verändern.

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