Bayer Aktie: Crop Science treibt Quartal um 30 Prozent
Bayer übertrifft die Prognosen im zweiten Quartal, senkt das Verschuldungsziel und hält an der Jahresprognose für 2026 fest.

- Crop Science steigert Ergebnis um 30,2 Prozent
- Pharmaergebnis sinkt um 3,6 Prozent
- Nettofinanzverschuldung auf 29 bis 30 Milliarden Euro gesenkt
- Jahresziele für 2026 unverändert bestätigt
Bayer hat mit seinen Zahlen für das zweite Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen – und das dank einer Sparte, der zuletzt kaum jemand solche Stärke zugetraut hatte. Der Leverkusener Konzern meldete Anfang August einen Konzernumsatz von 10,87 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 2,14 Milliarden Euro, ein Plus von 1,9 Prozent. Analysten hatten mit einem Rückgang von rund 8 Prozent gerechnet.
Agrarsparte als alleiniger Wachstumstreiber
Verantwortlich für die positive Überraschung war die Agrarsparte Crop Science. Sie steigerte ihr bereinigtes Ergebnis um 30,2 Prozent, getrieben von höheren Erlösen und gesunkenen Herstellkosten. Die Pharmasparte konnte dagegen nicht mithalten: Hier verdiente Bayer 3,6 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Einen Lichtblick lieferte das Krebsmedikament Nubeqa, dessen Quartalsumsatz auf 820 Millionen Euro kletterte.
Für Anleger ist die Botschaft eindeutig: Bayer stemmt sich mit operativer Stärke im Agrargeschäft gegen die anhaltenden Belastungen im Pharmabereich. Diese Verschiebung der Gewichte innerhalb des Konzerns dürfte auch mittelfristig eine Rolle spielen, sollte sich das Muster in den kommenden Quartalen fortsetzen.
Bilanz entlastet, Prognose bestätigt
Neben dem operativen Ergebnis überraschte Bayer auch bei der Verschuldung. Nach einer Kapitalzuführung durch Apollo senkte der Konzern seine Guidance für die Nettofinanzverschuldung auf 29 bis 30 Milliarden Euro, zuvor waren 32 bis 33 Milliarden Euro avisiert. Das verschafft dem Unternehmen mehr finanziellen Spielraum in einer Phase, in der die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten weiterhin Kapital binden.
Die Jahresprognose für 2026 bestätigte Bayer unverändert: Das bereinigte EBITDA soll zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro liegen, das Kernergebnis je Aktie zwischen 4,30 und 4,90 Euro. Die Kombination aus solidem operativem Trend und entschärfter Bilanzsituation dürfte den zuletzt gestiegenen Kurs stützen.
Kursreaktion und Bewertung
Die Aktie schloss am Dienstag bei 48,70 Euro, nach einem Minus von 0,7 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 32 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 77 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen aktuell noch 9,6 Prozent – Bewegungsspielraum, den der Markt angesichts der jüngsten operativen Entwicklung offenbar noch nicht ausgereizt sieht.
Auf die starken Quartalszahlen reagierten mehrere Analysehäuser mit Kurszielanhebungen. Goldman Sachs erhöhte sein Kursziel am 5. August auf 63,50 Euro. Diese Einschätzungen datieren allerdings bereits vier Wochen zurück und spiegeln die unmittelbare Reaktion auf die Quartalszahlen wider, nicht zwingend die aktuelle Einschätzung der Häuser.
Pharma-Pipeline liefert Impulse
Abseits der Finanzkennzahlen sorgte Bayer Ende August mit Studiendaten zu Kerendia für Aufmerksamkeit: Das Medikament zeigte demnach Wirkung bei hypertensiver Nephropathie, einer durch Bluthochdruck verursachten Nierenerkrankung. Solche Fortschritte in der Pipeline sind für den Konzern wichtig, um die schwächelnde Pharmasparte perspektivisch wieder auf Wachstumskurs zu bringen und die Abhängigkeit von Crop Science zu verringern.
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