Bayer Aktie: Doppeltermin belastet
Bayer veröffentlicht Jahresbericht 2025 zeitgleich mit einer wichtigen US-Gerichtsverhandlung zum Glyphosat-Vergleich. Die Aktie zeigt sich angesichts der doppelten Unsicherheit deutlich unter Druck.

- Jahresbericht und Roundup-Anhörung am selben Tag
- Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar wackelt
- Rückstellungen für Klagen deutlich erhöht
- Aktie notiert im überverkauften Bereich
Bei Bayer spitzt sich die Lage auf einen eng getakteten Mittwoch zu. Am selben Morgen liefert der Konzern mit dem Jahresbericht 2025 Zahlen und Ausblick – kurz darauf steht in den USA eine zentrale Anhörung zum geplanten Roundup-Vergleich an. Die Börse mag solche „Zwei-Flanken“-Risiken selten, und genau das sieht man zuletzt im Kurs.
Heute notiert die Aktie bei 39,17 Euro (-2,98%). Auf 30 Tage summiert sich das Minus auf 12,97% – trotz eines kräftigen 12-Monats-Plus von 64,68%.
4. März: Zahlen treffen Gerichtssaal
Morgen um 7:30 Uhr MEZ veröffentlicht Bayer den Jahresbericht 2025 inklusive Ausblick. Direkt im Anschluss rückt der Fokus nach Missouri: Dort ist die Vergleichsanhörung im Roundup-Komplex angesetzt.
Die Gleichzeitigkeit sorgt für Nervosität, weil sich finanzielle Standortbestimmung und juristische Weichenstellung gegenseitig verstärken. Passend dazu wirkt der Titel technisch angeschlagen: Mit einem RSI (14 Tage) von 19,6 ist die Aktie klar im überverkauften Bereich, zugleich liegt sie rund 8,6% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (42,84 Euro).
Roundup-Vergleich unter Druck – Verschiebung droht
Der ausgehandelte Roundup-Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar wackelt. Eine Allianz aus 14 Anwaltskanzleien, die laut Angaben rund 20.000 Kläger vertritt, will die Anhörung verschieben. Begründung: Das mehr als 600 Seiten starke Vergleichspaket sei erst am 17. Februar zugegangen – zu spät für eine angemessene Prüfung.
Gefordert wird eine Vertagung um mindestens 60 Tage. Sollte das Gericht zustimmen, würde sich die rechtliche Unsicherheit bis in den späten Frühling verlängern – und damit ein relevanter Teil der rund 65.000 noch offenen Fälle im Schwebezustand bleiben. Genau dieser „Zeitfaktor“ ist für Anleger oft der Giftpfeil: Nicht nur die Höhe potenzieller Zahlungen zählt, sondern auch, wie lange die Unsicherheit im Markt bleibt.
Als weiterer möglicher Dreh- und Angelpunkt gilt ein anhängiger Supreme-Court-Fall. Eine Entscheidung wird bis zum Sommer 2026 erwartet; ein Urteil im Fall Durnell wird bis Juni in Aussicht gestellt und könnte den Rahmen künftiger Klagen beeinflussen.
Rückstellungen steigen – positive Daten verpuffen
Der Rechtskomplex schlägt sich bereits in der Bilanz nieder: Die Rückstellungen stiegen von 7,8 auf 11,8 Milliarden Euro, davon entfallen 9,6 Milliarden Euro auf Glyphosat. Für 2026 erwartet Bayer litigationsbezogene Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro und rechnet mit einem negativen Free Cashflow. Finanziert werden soll das unter anderem über eine Kreditlinie von 8 Milliarden US-Dollar sowie Anleihen und eigenkapitalähnliche Instrumente.
Operativ gab es zuletzt auch konstruktive Signale: In der Onkologie meldete Bayer einen Phase-III-Erfolg, bei dem eine Kombinationstherapie mit dem Prostatakrebs-Medikament Xofigo das Sterberisiko bei metastasiertem Prostatakarzinom um 24% gegenüber der Einzelbehandlung senkte. Das mediane Gesamtüberleben lag bei 38,2 Monaten statt 32,6 Monaten. Gleichzeitig traten in der Kombinationsgruppe bei rund 70% schwerwiegende behandlungsbedingte Ereignisse auf – und am Markt reichte das insgesamt nicht für nachhaltige Unterstützung.
Unterm Strich bleibt damit die entscheidende Frage: Gelingt am Mittwoch der Fahrplan zum Rechtsfrieden – oder verlängert sich die Hängepartie? Der Kurs zeigt, was Anleger derzeit höher gewichten.
Zum Schluss wird es konkret: Morgen stehen mit dem Jahresbericht (7:30 Uhr MEZ) und der Anhörung in Missouri zwei Termine an, die unmittelbar über Timing und Sichtbarkeit der Rechtsrisiken mitentscheiden. Bleibt eine Verschiebung aus, könnte das Thema Vergleich kurzfristig an Klarheit gewinnen; bei einer Vertagung rückt der Supreme-Court-Zeitplan bis Juni/Sommer 2026 noch stärker ins Zentrum.
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