Bayer Aktie: Drei Milliarden von Apollo und KKR

Bayer schließt die Kapitallösung mit Apollo und KKR ab, bleibt Mehrheitseigner der LARC-Einheit und beobachtet Syngentas geplanten Börsengang.

Die Kernpunkte:
  • Drei Milliarden Euro Kapital mobilisiert
  • Bayer behält operative LARC-Kontrolle
  • Apollo plant über 100 Milliarden Dollar
  • Syngenta beantragt Börsengang in Hongkong

Bayer hat sich frisches Kapital gesichert – und einen neuen Partner an Bord geholt. Apollo Global Management hat gemeinsam mit KKR eine bereits im Juli angekündigte Kapitallösung über drei Milliarden Euro abgeschlossen. Im Zentrum steht das Geschäft mit langwirksamen Verhütungsmitteln (LARC), das Bayer nun teilweise ausgliedert.

Bayer behält die Kontrolle

Die beiden Investmentgesellschaften haben Eigenkapital in eine neu gegründete Einheit eingebracht, die das LARC-Geschäft hält. Bayer bleibt jedoch Mehrheitseigner und behält die operative Kontrolle vollständig. An der strategischen Ausrichtung des Geschäfts ändert sich laut den beteiligten Unternehmen nichts – die Transaktion dient in erster Linie der Kapitalbeschaffung, nicht dem Verkauf.

Apollo positioniert sich damit als Partner für große deutsche Konzerne. Das Unternehmen kündigte an, in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar in Deutschland investieren zu wollen.

Bayer gilt dabei als Beispiel für die Art von Blue-Chip-Partnerschaft, die Apollo über sein Geschäft mit maßgeschneiderten Kapitallösungen anstrebt. Als Berater der Apollo-Fonds fungierte Centerview Partners, unterstützt von mehreren internationalen Kanzleien.

Für Bayer kommt das frische Kapital zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern seine Verschuldung im Blick behalten muss. Die Aufteilung des LARC-Geschäfts in eine separate Einheit erlaubt es, Kapital von Drittinvestoren einzusammeln, ohne die Mehrheitskontrolle über das Geschäft aufzugeben – ein Modell, das in der Pharmabranche zunehmend genutzt wird, um Bilanzspielraum zu schaffen.

Konkurrenz aus Asien nimmt Fahrt auf

Parallel dazu bringt sich ein Wettbewerber der Bayer-Sparte Crop Science in Stellung. Die Syngenta-Gruppe, seit 2017 unter chinesischer Kontrolle, hat einem Bericht zufolge vertraulich einen Börsengang in Hongkong beantragt.

Der Schritt war ursprünglich geplant, verzögerte sich aber durch die Auswirkungen des Nahost-Konflikts. Das Volumen der Emission soll bei rund fünf Milliarden Dollar liegen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen im kommenden Jahr.

Ein Vergleich der Zahlen zeigt die Größenordnung: Syngenta erzielte zuletzt einen Umsatz von 28,4 Milliarden Dollar und ein EBITDA von 4,4 Milliarden Dollar. Bayers Division Crop Science kam 2025 auf 21,6 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 4,19 Milliarden Euro.

Ein erfolgreicher Börsengang würde Syngenta zusätzliches Kapital für Wachstum und Übernahmen verschaffen – Spielraum, um den Abstand zu Bayer im globalen Agrarchemiegeschäft weiter zu verkürzen.

Für Bayer bleibt die Kapitalpartnerschaft mit Apollo und KKR damit auch ein Signal an den Markt: Der Konzern sucht aktiv nach Wegen, Kapital freizusetzen, während sich der Wettbewerbsdruck in der Agrarsparte durch Syngentas Börsenpläne verschärfen dürfte.

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