Bayer Aktie: Druck von drei Seiten

Bayer sieht sich mit Analystenabstufung, laufenden Roundup-Klagen und einem verhaltenen Jahresausblick konfrontiert. Der Nettogewinn fiel 2025 negativ aus.

Die Kernpunkte:
  • Morgan Stanley senkt Kursziel auf 53 Euro
  • Nettogewinn 2025 durch Sonderaufwendungen negativ
  • Roundup-Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar geplant
  • Supreme Court verhandelt Haftungsfrage 2026

Analyst-Abstufung, laufende Gerichtsverfahren und ein verhaltener Jahresausblick — Bayer navigiert durch ein anspruchsvolles Jahr. Der Aktienkurs liegt gut 20 Prozent unter dem im Februar erreichten 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro und notiert damit auch deutlich unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts.

Morgan Stanley senkt Kursziel

Morgan Stanley-Analyst Thibault Boutherin hat das Kursziel für Bayer von 55 auf 53 Euro gesenkt. Als Begründung nennt er schwächere Cashflow-Prognosen für 2026, ein verlangsamtes europäisches Wachstum sowie unbeständige Agrarzyklen. Das Rating bleibt dennoch auf „Overweight“ — Morgan Stanley sieht also weiterhin Aufwärtspotenzial, auch wenn der Weg dorthin holpriger geworden ist.

Roundup: Politisch und juristisch unter Beobachtung

Parallel zur Analystenbewertung verdichtet sich die juristische Lage in den USA. Bayer unterstützt in etwa einem Dutzend Staatsparlamenten Gesetzesentwürfe, die Haftungsklagen wegen fehlender Krebswarnungen auf Pestizid-Etiketten einschränken sollen. Einer davon steht in Kansas zur Abstimmung. Im Hintergrund läuft ein vorgeschlagener Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar, der rund 65.000 ausstehende Roundup-Klagen beilegen soll.

Hinzu kommt die Bundesebene: Der US-Landwirtschaftsausschuss hat einen Gesetzesentwurf vorangebracht, der einheitliche nationale Pestizid-Etiketten vorschreiben würde — was lokalen Behörden untersagen würde, strengere Warnhinweise als die EPA-Vorgaben zu verlangen. Trumps Executive Order zur Förderung der Glyphosat-Produktion stieß innerhalb der eigenen Regierung auf Widerstand, unter anderem von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. Der Supreme Court hat angekündigt, die Frage der Haftungsklagen Anfang 2026 zu verhandeln.

Zahlen 2025: Operativ stabil, Nettogewinn negativ

Die Jahreszahlen, die Bayer Anfang März vorlegte, liefern ein gemischtes Bild. Der Konzernumsatz erreichte 45,6 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen lag bei 9,7 Milliarden Euro. Der Nettogewinn fiel mit minus 3,6 Milliarden Euro negativ aus — belastet durch hohe Sonderaufwendungen für Rechtsstreitigkeiten.

Für 2026 erwartet Bayer einen Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro bei einem bereinigten EBITDA von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll zwischen 4,30 und 4,80 Euro liegen — nach 4,91 Euro im Vorjahr. Auf der Hauptversammlung am 24. April will das Unternehmen eine Dividende von 0,11 Euro vorschlagen.

Einen positiven Akzent setzt das ESG-Profil: MSCI vergab erstmals ein AA-Rating, Sustainalytics hob Ende 2025 sein „Red Flag“ auf — ein Zeichen, dass der Markt die Fortschritte bei der Eindämmung des Glyphosat-Risikos anerkennt.

Der nächste fundamentale Datenpunkt folgt am 12. Mai, wenn Bayer die Zahlen für das erste Quartal 2026 vorlegt. Bis dahin dürften Entwicklungen rund um den Supreme Court und den ausstehenden Gesamtvergleich die Stimmung maßgeblich beeinflussen.

Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 13. März liefert die Antwort:

Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Bayer