Bayer Aktie: Durchbruch oder Strohfeuer?
Bank of America stuft Bayer auf Buy hoch nach positiven Quartalszahlen und Einigung in PCB-Klagen. Roundup-Verfahren bleiben jedoch wesentliches Risiko für den Konzern.

- Rating-Hochstufung von Neutral auf Buy durch Bank of America
- Einigung mit über 200 Klägern in PCB-Rechtsstreitigkeiten
- Starkes Quartalsergebnis deutlich über Analystenerwartungen
- Weitere 1,37 Milliarden Dollar für Rechtsstreit-Rückstellungen
Ein Analyst-Upgrade und gelöste Rechtsstreitigkeiten treiben die Bayer-Aktie auf ein Zwei-Wochen-Hoch. Doch kann der Leverkusener Konzern damit endlich die jahrelangen Belastungen abschütteln? Die Bank of America sieht jedenfalls großes Potenzial – und das nicht ohne Grund.
Bank of America schlägt zu: Rating-Sprung von Neutral auf Buy
Die Wende kommt überraschend: Die Bank of America Securities hebt ihr Rating für Bayer von „Neutral“ auf „Buy“ an. Analyst Sachin Jain begründet den Schritt mit dem verbesserten Ausblick für die Medikamenten-Pipeline und möglichen Fortschritten bei den zermürbenden Rechtsstreitigkeiten.
Besonders im Fokus: Das Krebsmedikament Nubeqa entwickelt sich zum echten Blockbuster. Im zweiten Quartal schoss der Umsatz um satte 51 Prozent auf 729 Millionen Euro hoch. Diese Dynamik zeigt das Potenzial der Pharma-Sparte, die bereits mit starken Wachstumszahlen überzeugte.
PCB-Vergleich: Endlich Rechtssicherheit in Sicht?
Parallel zum Analyst-Optimismus sorgt eine weitere Nachricht für Erleichterung: Bayer einigte sich mit über 200 Klägern in den PCB-Fällen. Die Chemikalie wurde zwischen 1935 und 1977 von der übernommenen Monsanto-Einheit produziert und führte zu gesundheitlichen Schäden.
Die Märkte reagierten prompt: Nach Bekanntgabe der Einigung sprang die Aktie um 2,7 Prozent. Das zeigt, wie sehr Investoren auf Lösungen bei den Rechtsstreitigkeiten warten. Die Vergleichskosten sind bereits in den Rückstellungen berücksichtigt – keine bösen Überraschungen also.
Starke Zahlen im zweiten Quartal – mit einem Haken
Die positiven Nachrichten fügen sich in das verbesserte Bild der Quartalszahlen ein. Bayer meldete ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,23 Euro – deutlich über den Analystenschätzungen von 0,78 Euro. Die Jahresprognose wurde angehoben.
Doch es gab auch Diskussionen: Ein Teil des besseren Ergebnisses stammte aus Transfererlösen von Bayer Leverkusen, insbesondere dem Verkauf von Florian Wirtz an Liverpool FC für 136,3 Millionen Euro. Kritiker sahen darin eine Verzerrung der operativen Leistung.
Die Roundup-Schatten bleiben bestehen
Trotz der Fortschritte bei PCB bleiben die Roundup-Klagen ein schweres Erbe. Im Juli stellte Bayer zusätzliche 1,37 Milliarden Dollar für Rechtsstreit-Rückstellungen bereit – davon 1,2 Milliarden Dollar allein für Roundup-Verfahren.
Die wichtigsten Belastungsfaktoren:
• Roundup-Klagen: Über 1,2 Milliarden Dollar neue Rückstellungen
• Missouri-Urteil: 611 Millionen Dollar bestätigt, weitere Berufung geplant
• Unsicherheit: US-Supreme Court könnte im Juni grundsätzlich entscheiden
• Währungsrisiken und regulatorische Entwicklungen belasten weiter
Ein Berufungsgericht in Missouri bestätigte Ende Mai ein Urteil über 611 Millionen Dollar. Bayer hofft weiterhin auf eine Entscheidung des US-Supreme Court, der die Roundup-Verfahren grundsätzlich begrenzen könnte.
Ausblick: Kehrtwende oder Zwischenhoch?
Mit dem aktuellen Kurs von 28,18 Euro liegt die Aktie noch deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 30,48 Euro. Seit dem Jahrestief hat sie jedoch beeindruckende 46 Prozent zugelegt.
Für 2025 peilt Bayer ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 10,4 und 10,8 Milliarden Euro liegen.
Die nächsten Quartalszahlen am 10. November werden zeigen, ob sich die operative Stärke fortsetzt – oder ob die jüngste Rally nur ein Strohfeuer war.
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