Bayer Aktie: FDA beschleunigt Asundexian-Zulassung
Die FDA nimmt Bayers Schlaganfall-Kandidat Asundexian ins beschleunigte Prüfverfahren auf. Analysten sehen trotz Rechtslasten deutliches Kurspotenzial.

- Priority-Review für Asundexian beantragt
- FDA-Entscheidung binnen sechs Monaten
- Operatives Geschäft mit solidem Wachstum
- Rechtsstreitigkeiten belasten weiterhin Cashflow
Bayer bekommt Rückenwind an einer Stelle, an der der Konzern ihn dringend braucht: in der Pharmapipeline. Die US-Gesundheitsbehörde FDA prüft den Zulassungsantrag für Asundexian beschleunigt. Für den Konzern ist das mehr als ein regulatorischer Zwischenschritt, denn Patentlücken und Rechtslasten drücken weiter auf die strategische Beweglichkeit.
Die Aktie legte am Mittwoch auf 39,24 Euro zu, ein Plus von 1,79 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag bei 38,55 Euro. Auf Jahressicht bleibt der Titel zwar klar erholt, der Abstand zum jüngsten Hoch zeigt aber: Der Markt preist Fortschritte ein, ohne die Altlasten auszublenden.
FDA verkürzt den Takt
Der Priority-Review-Status bedeutet, dass die FDA in der Regel binnen etwa sechs Monaten entscheidet statt nach rund zehn Monaten. Der Antrag stützt sich auf Daten der Phase-3-Studie OCEANIC-STROKE. Asundexian soll Schlaganfälle verhindern und thrombotische Ereignisse senken, ohne das Risiko schwerer Blutungen deutlich zu erhöhen.
Genau dieser Punkt macht den Wirkstoff für Bayer strategisch interessant. Gelingt der Nachweis im Markt, könnte Asundexian eine Lücke schließen, die durch auslaufende Patente bei wichtigen Medikamenten entsteht. Branchenexperten trauen dem Präparat im Zulassungsfall jährliche Erlöse im Milliardenbereich zu.
Auch international läuft die Prüfung bereits. In China hat Asundexian ebenfalls Priority-Review-Status erhalten, in Japan läuft das Verfahren weiter. Das dürfte spannend werden, weil Bayer mit jedem regulatorischen Fortschritt mehr Sichtbarkeit für die künftige Pharmaertragskraft bekommt.
Operativ stark, Cashflow schwach
Das operative Geschäft liefert derweil bessere Signale. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg im jüngsten Quartal um 9 Prozent auf rund 4,45 bis 4,5 Milliarden Euro. Das zeigt: Der Konzern hat nicht nur eine Pipeline-Story, sondern auch laufende Ertragskraft.
Der wichtigste Treiber kam aus dem Agrargeschäft. Der Umsatz wuchs währungsbereinigt um 4,1 Prozent, Crop Science legte um 6,8 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro zu.
Die Kehrseite bleibt der Cashflow. Bayer verbuchte einen negativen Free Cashflow von minus 2,3 Milliarden Euro, vor allem wegen Auszahlungen für Glyphosat- und PCB-Vergleiche von rund 2 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung wird für das Jahr auf etwa 32 Milliarden Euro taxiert.
Etwas Entlastung brachte die Einigung mit Corteva. Sie führte zu einem Einmalertrag von 448 Millionen Euro. An der grundsätzlichen Belastung durch Rechtsstreitigkeiten ändert das jedoch nur begrenzt etwas.
Bewertung spiegelt den Konflikt
Der Analystenkonsens sieht für die Aktie ein durchschnittliches Kursziel von 48,58 Euro. Daraus ergibt sich gegenüber dem aktuellen Kurs ein Potenzial von rund 23 Prozent. Die mehrheitliche Einstufung lautet weiter auf „Akkumulieren“.
Auch die Bewertung wirkt im Branchenvergleich moderat. Das geschätzte KGV liegt bei 11,9, während Corteva mit mehr als 25 und Novartis mit 17,7 deutlich höher bewertet werden. Der Abschlag ist aber kein Zufall: Bayer muss operative Fortschritte, Pipeline-Chancen und juristische Risiken gleichzeitig glaubwürdig ausbalancieren.
Der nächste konkrete Taktgeber ist die FDA-Entscheidung im beschleunigten Verfahren für Asundexian. Parallel bleibt eine mögliche Grundsatzentscheidung des Supreme Courts im Glyphosat-Komplex wichtig für Cashflow und Schuldenabbau. Bayer liefert Fortschritte — der Bewertungsabschlag hängt weiter an der juristischen Rechnung.
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