Bayer Aktie: Finerenon-Zulassung kommt?

Sinkende Ölpreise und Marktzinsen stützten Bayer; JPMorgan hielt die Erwartungen an das dritte Quartal für möglicherweise zu hoch.

Die Kernpunkte:
  • Bayer-Aktie gewinnt zwei Prozent
  • FDA akzeptiert Finerenon-Zulassungsantrag
  • US-Werk für 2,2 Milliarden Dollar angekündigt
  • Quartalsbericht erscheint am 3. November

Eine spürbare Entspannung an den Aktienmärkten hat den Papieren von Bayer zum Ende der Handelswoche Auftrieb gegeben. Gestern legte der Kurs um 2,0 Prozent auf 43,82 Euro zu. Zu dieser Erholung trugen sinkende Ölpreise und nachgebende Marktzinsen bei, wie der Nachrichtensender n-tv berichtete.

Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete am Freitag ein Plus von 1,1 Prozent. Eine unternehmensspezifische Nachricht stand nicht hinter dem Tagesgewinn der Leverkusener; die Bewegung vollzog sich im Rahmen der allgemein gestiegenen Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.

Fortschritte in der Pharma-Pipeline

Die jüngste Stabilisierung folgt auf eine Serie operativer Nachrichten aus dem Pharmageschäft. Am Donnerstag akzeptierte die US-Arzneimittelbehörde FDA einen Antrag auf Zulassungserweiterung für den Wirkstoff Finerenon zur Behandlung von Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung ohne Diabetes. Als Grundlage für diese Einreichung dienen die Ergebnisse der klinischen Phase-III-Studie FIND-CKD.

Bereits am 28. September hatte die FDA zudem einen beschleunigten Prüfstatus für das Prüfpräparat Lynkuet gewährt. Das Mittel zielt auf die Linderung moderater bis schwerer vasomotorischer Symptome bei Frauen ab, die sich einer endokrinen Brustkrebstherapie unterziehen.

Investitionen und strukturelle Anpassungen

Parallel zur Entwicklung neuer Präparate treibt Bayer den Ausbau seiner Infrastruktur voran. Am 2. Oktober kündigte der Konzern eine mehrjährige Investition von 2,2 Milliarden US-Dollar in einen neuen US-Produktionsstandort in New Albany im Bundesstaat Ohio an, wo rund 600 neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen.

An den bestehenden Standorten laufen zeitgleich Modernisierungsmaßnahmen: Im Werk Bergkamen begann das Unternehmen am 5. Oktober mit der Außerbetriebnahme des bisherigen Vorklärbeckens der Kläranlage.

Auf personeller Ebene stärkte die Gruppe ihre Führungsmannschaft. Vor gut einer Woche übernahm Dr. Christoph Koenen die Funktion des Chief Medical Officer und leitet seit dem 1. Oktober die medizinischen sowie wissenschaftlichen Strategien der Pharmasparte.

Anstehende Quartalszahlen im Fokus

Vor dem Hintergrund dieser Weichenstellungen rückt für Anleger der nächste wichtige Unternehmenstermin näher. Am 3. November 2026 wird Bayer die Zahlen für das dritte Quartal vorlegen.

Zurückhaltend äußerte sich am 1. Oktober die US-Bank JPMorgan: Analyst Richard Vosser stufte das Papier mit „Overweight“ und einem Kursziel von 61 Euro ein. Er hielt die frühen Markterwartungen an das dritte Quartal für wohl zu hoch, rechnete damals jedoch mit kaum nennenswerten Änderungen an den Prognosen für das Gesamtjahr. Mit einer Marktkapitalisierung von 43,20 Milliarden Euro geht Bayer nun auf den Veröffentlichungstermin im November zu.

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