Bayer Aktie: Gerichtstermin auf 14. September 2026 verschoben

Bayer meldet Meilensteinzahlung und elf Studienpräsentationen, doch die Aktie fällt wegen der Verlegung der Roundup-Anhörung auf den 14. September.

Die Kernpunkte:
  • Erste Meilensteinzahlung für Biokontrolltechnologie
  • Elf Studien beim Kardiologie-Kongress angekündigt
  • Roundup-Anhörung auf September verschoben
  • Aktie verliert trotz positiver Nachrichten

Bayer liefert an einem einzigen Freitag gleich zwei operative Fortschritte. Der Agrarbereich meldet eine erste Meilensteinzahlung, die Pharmasparte kündigt elf wissenschaftliche Präsentationen für einen wichtigen Kardiologie-Kongress an. Trotzdem gibt die Aktie am selben Tag nach.

Bayer zahlt erste Rate für Biokontrolltechnologie

Bayer hat die erste Meilensteinzahlung aus der Kooperation mit MustGrow Biologics geleistet. Die Partnerschaft besteht bereits seit Ende 2023. Sie zielt auf senfbasierte Biokontrolltechnologien für den Bodenschutz ab.

Bayer sichert sich dabei die exklusiven Rechte für Europa, den Nahen Osten und Afrika. Das Gesamtvolumen der Vereinbarung liegt bei 35 bis 40 Millionen US-Dollar, verteilt über fünf bis sieben Jahre. Die erste Zahlung gilt als Bestätigung: Die Technologie hat eine frühe Entwicklungshürde genommen.

Der Schritt passt zur Strategie der Division Crop Science. Bayer will sein Portfolio um nachhaltige, biologische Lösungen erweitern.

Elf Präsentationen beim ESC-Kongress

Auf der Pharma-Seite steht der nächste große Termin bereits fest. Bayer präsentiert vom 28. bis 31. August auf dem Kongress der European Society of Cardiology in München insgesamt elf wissenschaftliche Arbeiten.

Im Zentrum stehen neue Phase-III-Daten zu Kerendia (Finerenon) bei chronischen Nierenerkrankungen. Hinzu kommen Ergebnisse zum Prüfpräparat Asundexian. Besondere Aufmerksamkeit dürfte die gepoolte Analyse INFINITY erhalten: Sie untersucht, wie Kerendia bei Patienten mit und ohne atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkt.

Diese Daten sind für Bayer mehr als eine Randnotiz. Die Herz-Kreislauf-Pipeline gilt als eines der wichtigsten Wachstumsfelder des Konzerns.

Verschobener Gerichtstermin belastet die Aktie

Trotz der positiven Nachrichten schloss die Bayer-Aktie am Freitag bei 47,90 Euro, ein Minus von 0,9 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen zeigt sich der Titel mit -0,1 Prozent nahezu unverändert. Der Jahresverlauf bleibt davon unberührt: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 29 Prozent zu Buche.

Der Auslöser für die Freitagsschwäche liegt im US-Rechtsstreit um das Herbizid Roundup. Eine Anhörung zur Genehmigung eines Vergleichsvorschlags war ursprünglich für den 19. August angesetzt. Sie wurde nun auf den 14. September 2026 verschoben.

Solche Verzögerungen verunsichern Anleger erfahrungsgemäß. Die endgültige Klärung der Glyphosat-Rechtsrisiken gilt als wichtigster Hebel für eine nachhaltige Neubewertung der Aktie.

Charttechnisch bleibt das Bild intakt: Die Aktie notiert 2,4 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 46,78 Euro. Der RSI von 50,1 signalisiert eine neutrale Marktlage, weder überkauft noch überverkauft.

Die kommende Woche dürfte von den Vorbereitungen auf den ESC-Kongress geprägt sein. Bestätigen die Kerendia-Daten die bisherigen Erwartungen, könnte das Herz-Kreislauf-Geschäft neuen Rückenwind bekommen. Der verschobene Gerichtstermin am 14. September bleibt derweil der nächste Belastungstest für die Aktie.

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