Bayer Aktie: Goldman Sachs und UBS heben Kursziele an
Bayer priorisiert Schuldenabbau und verschiebt Split-Entscheidung. Analysten heben Kursziele an, während der Glyphosat-Vergleich weiter auf sich warten lässt.

- Split-Entscheidung erneut aufgeschoben
- Goldman Sachs erhöht Kursziel auf 63,50 Euro
- Roundup-Vergleich: Anhörung auf September verschoben
- Aktie notiert 8,7 Prozent unter Jahreshoch
Ein Split steht bei Bayer weiterhin im Raum, wird aber nicht kurzfristig kommen. Das machte der Vorstand vor gut zwei Wochen deutlich, als er das Unternehmen nach starken Halbjahreszahlen in einer besseren Position für strategische Entscheidungen sah – einen Konzernsplit jedoch vorerst ausschloss.
Reuters berichtete im selben Zusammenhang, dass ein Break-up zwar grundsätzlich denkbar bleibe, eine kurzfristige Entscheidung darüber aber nicht anstehe.
Die Aussage fällt in eine Phase, in der Bayer nach eigenen Angaben vor allem den Schuldenabbau vorantreiben will. Für das erste Halbjahr 2026 hatte der Konzern einen währungs- und portfoliobereinigten Umsatzanstieg von 3,3 Prozent auf 24,277 Milliarden Euro sowie ein um Sondereinflüsse bereinigtes EBITDA von 6,6 Milliarden Euro nach sieben Prozent Wachstum ausgewiesen. Diese Zahlen liegen inzwischen gut zwei Wochen zurück, seither hat die Aktie um 2,5 Prozent zugelegt.
Analysten bleiben auf Kaufkurs
Mehrere Häuser reagierten auf die Zahlen mit angehobenen Kurszielen. Goldman Sachs erhöhte sein Kursziel auf 63,50 Euro und bestätigte die Einstufung „Buy“, UBS hob sein Ziel auf 62 Euro an und blieb ebenfalls bei „Buy“.
Beide Einschätzungen datieren auf den 5. August und fielen damit unmittelbar nach der Zahlenvorlage. Die Bandbreite der übrigen Kursziele reichte von 46 bis 63,50 Euro, wobei die überwiegende Mehrheit der Häuser eine Kaufempfehlung aussprach.
Am Aktienmarkt spiegelt sich diese Zuversicht in der Kursentwicklung wider. Bayer notierte am Mittwoch bei 49,19 Euro und liegt damit rund 8,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde. Der Abstand zeigt, dass trotz der jüngsten Erholung noch Luft nach oben besteht, sollte sich das operative Bild weiter aufhellen.
Roundup-Vergleich verzögert sich weiter
Parallel zur strategischen Debatte bleibt der US-Rechtsstreit um Glyphosat ein Belastungsfaktor. Ein US-Gericht verschob die Anhörung zur Billigung des 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Roundup-Vergleichs, nachdem Bayer selbst eine kurze Verschiebung beantragt hatte.
Reuters nannte als neuen Termin den 14. September 2026. Bis dahin bleibt offen, ob die Einigung die richterliche Billigung erhält – ein Faktor, der auch die Debatte um eine mögliche Aufspaltung des Konzerns beeinflusst, solange die juristischen Risiken nicht final eingepreist sind.
Zusätzlich lieferte die indische Bayer-Einheit im Berichtszeitraum einen höheren Quartalsgewinn, den sinkende Kosten begünstigten. Für den Gesamtkonzern bleibt die Kombination aus operativer Stabilisierung, offener Rechtslage und aufgeschobener Strukturfrage der bestimmende Rahmen.
Anleger dürften den 14. September als nächsten wichtigen Termin im Blick behalten, während die Frage einer Konzernaufspaltung nach den jüngsten Aussagen aus dem Vorstand vorerst von der Tagesordnung genommen scheint.
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