Bayer Aktie: Jahreshoch bei 53,86 Euro

Bayer bündelt Glyphosatgeschäft in neuer US-Tochter und beantragt Strafzölle gegen chinesische Konkurrenz. Die Aktie erreicht ein Jahreshoch.

Die Kernpunkte:
  • Neue US-Tochter Ruveon LLC gegründet
  • Antidumpingzölle gegen China beantragt
  • Aktie markiert Jahreshoch bei 53,86 Euro
  • RSI signalisiert stark überkaufte Aktie

Bayer greift im Agrargeschäft hart durch. Der Konzern bündelt sein US-Glyphosatgeschäft in einer eigenständigen Gesellschaft. Parallel fordert das Unternehmen Strafzölle gegen chinesische Konkurrenz. Die Börse feiert diesen Kurswechsel. Die Aktie markierte am Freitag ein Jahreshoch bei 53,86 Euro. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 53,04 Euro. Das entspricht einem kräftigen Plus von 13,80 Prozent.

Neue US-Struktur weckt Fantasien

Die neue Tochtergesellschaft heißt Ruveon LLC und sitzt in St. Louis. Sie steuert künftig Preise, Produktion und Vertrieb völlig eigenständig. Alfonso Alba Ordonez übernimmt die Gesamtleitung. Steve Knodle verantwortet das kommerzielle Geschäft.

Bayer betont den formalen Verbleib von Ruveon im Konzern. Marktbeobachter werten die Pläne anders. Sie spekulieren auf einen künftigen Spin-off. Die separate Gesellschaft grenzt Rechtsrisiken operativ ab. Außerdem macht die Trennung die gesamte Agrarsparte flexibler.

Angriff auf chinesische Importe

Neben dem internen Umbau teilt Bayer auch handelspolitisch aus. Über Monsanto und Ruveon hat der Konzern neue Antidumpingzölle beantragt. Das Ziel: ein direkter Angriff auf chinesische Glyphosat-Importe. Bayer positioniert sich als letzter US-Produzent des Unkrautvernichters. Das Management will so den Markt schützen und unfairem Wettbewerb begegnen.

Heißgelaufener Kurs

Fundamental liefert Bayer neue Impulse, die Technik warnt jedoch vor Überhitzung. Die Aktie schoss im vergangenen Monat um fast 54 Prozent nach oben. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt liegt mittlerweile bei über 36 Prozent.

Der Relative-Stärke-Index bestätigt diese Anspannung. Mit einem Wert von 85,1 gilt das Papier als massiv überkauft. Historisch folgten auf solche Niveaus oft kurzfristige Gewinnmitnahmen. Die hohe annualisierte Schwankungsbreite von über 63 Prozent verheißt ohnehin unruhige Handelstage.

Wichtige Entscheidungen stehen an

In der neuen Handelswoche stehen wichtige Makro-Daten im Kalender. Am 6. Juli melden deutsche Industriebetriebe ihre Auftragseingänge. Zeitgleich folgt in den USA der ISM-Index für den Dienstleistungssektor. Am 8. Juli veröffentlicht die US-Notenbank ihr Sitzungsprotokoll.

Für Bayer-Aktionäre rückt Mitte Juli in den Fokus. Dann erwarten US-Gerichte weitere Entscheidungen zu den laufenden Glyphosat-Vergleichen. Die Folge: Die Aktie bleibt extrem anfällig für schnelle Kurswechsel.

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