Bayer Aktie: Jost Reinhard neuer Präsident Radiologie ab August
Bayer stellt die Führung in zwei wichtigen Divisionen neu auf, um die Wachstumsstrategie zu beschleunigen. Der Pharmabereich zeigt solide Zahlen, doch Rechtskosten belasten den Cashflow.

- Vier neue Topmanager für Consumer Health
- Neuer Präsident für Radiologiegeschäft
- Pharmaumsatz durch Nubeqa gestützt
- Rechtskosten drücken freien Cashflow
Vier neue Topmanager in Consumer Health, ein neuer Präsident für das Radiologiegeschäft — Bayer formt seine Führungsstruktur in kurzer Folge um. Der Leverkusener Konzern will damit seiner „Road to Billions“-Strategie mehr Tempo geben. Das operative Umfeld verbessert sich, doch die Bilanz bleibt durch Rechtskosten belastet.
Neue Gesichter in Consumer Health und Pharma
Am 8. Juni ernannte Bayer gleich vier neue Führungskräfte für die Consumer-Health-Division. Analia de la Fuente übernimmt als globale Chief Data Officer, David Tomasi als globaler Chief Commercial Officer. Trevor Thrun leitet künftig das US-Geschäft — Bayers größten Consumer-Health-Markt. Samantha Avivi verantwortet als globale Chief Marketing Officer Markenführung und Verbraucherstrategie.
Parallel dazu besetzt Bayer die Radiologiesparte neu. Dr. Jost Reinhard, zuletzt Leiter der Investor Relations, wird ab 1. August Präsident des Radiologiegeschäfts innerhalb der Pharmadivision. Er übernimmt von Nelson Ambrogio, der im Mai ins US-Pharmageschäft wechselte, und berichtet direkt an Pharma-Vorstand Stefan Oelrich.
Pharma wächst, Cashflow leidet
Die Pharmadivision lieferte im ersten Quartal 2026 rund 4,2 Milliarden Euro Umsatz. Auf Konzernebene stieg der Gesamtumsatz währungsbereinigt um 4,1 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sonderposten legte um 9,0 Prozent zu.
Wachstumstreiber ist das Prostatakrebsmittel Nubeqa. Es soll Bayer in der Spitze mehr als fünf Milliarden Euro Jahresumsatz einbringen — mehr als der Blutverdünner Xarelto je erreichte. Pharmachef Oelrich bezeichnet 2026 als letztes Jahr mit Xarelto-Belastungen. Ab 2027 erwartet er wieder „sehr wettbewerbsfähiges Wachstum“.
Der freie Cashflow war im ersten Quartal negativ. Hauptursache: Vergleichszahlungen in PCB- und Glyphosat-Klagen mit einem Nettoabfluss von 2,002 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung kletterte bis Ende März auf 32,5 Milliarden Euro — ein Anstieg von neun Prozent gegenüber Jahresende 2025.
Aktie kämpft mit dem 50-Tage-Schnitt
Kursseitig befindet sich die Bayer-Aktie in einem technisch interessanten Bereich. Am 11. Juni kreuzte das Papier kurzzeitig die 200-Tage-Linie nach oben. Mit dem aktuellen Kurs von 36,06 Euro notiert es praktisch auf Augenhöhe mit diesem Durchschnitt (35,99 Euro). Allerdings liegt der 50-Tage-Schnitt bei 38,10 Euro — rund fünf Prozent über dem aktuellen Niveau. Auf Jahressicht hat die Aktie 31,6 Prozent zugelegt, liegt seit Jahresanfang aber noch 5,2 Prozent im Minus.
Ob die neuen Führungsteams die operative Cashgenerierung tatsächlich verbessern, wird sich spätestens mit den Halbjahreszahlen zeigen — voraussichtlich im August, wenn Reinhard sein Radiologieamt antritt.
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