Bayer Aktie: Jury entscheidet für Monsanto

Das einstimmige Urteil stärkt Bayer in einem Roundup-Verfahren; die Genehmigung des geplanten Vergleichs über 7,25 Milliarden Dollar steht noch aus.

Die Kernpunkte:
  • Geschworene entscheiden einstimmig zugunsten Monsantos
  • Klage betraf Roundup und Krebsrisiken
  • Richter prüft Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar
  • Bayer legt am 3. November Quartalszahlen vor

Ein Geschworenengericht in St. Louis hat sich im ersten Roundup-Prozess nach dem Grundsatzurteil des US Supreme Court auf die Seite von Bayer gestellt. Die Entscheidung fiel einstimmig. Für den Konzern kommt sie in einer Phase, in der er auf einen weiteren Gerichtsbeschluss wartet.

Test für künftige Klagen

Drei Frauen hatten die Bayer-Tochter Monsanto bereits 2020 verklagt. Sie machten das Unglyphosat-Mittel Roundup für ihre Non-Hodgkin-Lymphome verantwortlich. Ihre Anwälte argumentierten, das Produkt sei fehlerhaft konstruiert und gefährlich, Bayer habe zudem fahrlässig gehandelt. Eine der Klägerinnen starb noch vor Prozessbeginn. Keine der drei nahm am Vergleichsangebot des Konzerns teil.

Der Fall galt als Gradmesser. Seit dem Supreme-Court-Urteil vom Juni dürfen Kläger nicht mehr mit fehlenden Krebswarnhinweisen auf dem Etikett argumentieren. Das Gericht entschied, dass Hersteller exakt das von der Umweltbehörde EPA genehmigte Etikett verwenden müssen. Offen war, ob Klagen wegen Konstruktionsfehlern und Fahrlässigkeit weiter tragen. Bayer hält auch diese Wege für versperrt, die Gegenseite widerspricht.

Bayers US-Chefjurist Bill Dodero wertete das Verdikt als klares Signal. Kläger, die nach dem Durnell-Urteil vor Gericht ziehen wollten, stünden vor erheblichen Hürden, sowohl bei der Begründung ihrer Ansprüche als auch bei der Beweisführung.

Vergleich weiter in der Schwebe

Parallel dazu liegt ein milliardenschwerer Vergleich zur Prüfung vor. Bayer will mit 7,25 Milliarden Dollar zehntausende weitere Roundup-Verfahren beilegen. Ein Richter an einem Staatsgericht in Missouri muss das Paket noch genehmigen. Insgesamt sieht sich der Konzern mit rund 65.000 Ansprüchen in Bundes- und Einzelstaatsgerichten konfrontiert.

Die Altlast aus der Monsanto-Übernahme 2018 kostete Bayer bislang Milliarden und belastet die Aktie seit Jahren. Der Titel schloss zuletzt bei 47,96 Euro, ein Plus von 4,2 Prozent.

Die wissenschaftliche Debatte läuft weiter. Die EPA stuft Glyphosat bislang als wahrscheinlich nicht krebserregend ein, prüft die Sicherheit aber gerade neu. Die Krebsforschungsagentur IARC hatte den Wirkstoff 2015 als wahrscheinlich krebserregend bezeichnet. Bayer nennt das eine Außenseitermeinung mit fehlerhafter Methodik.

Der nächste Termin steht fest: Am 3. November legt Bayer Quartalszahlen vor. Dann dürfte auch der Stand beim Vergleich Thema werden.

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