Bayer Aktie: Kerendia verlangsamt Nierenfunktions-Rückgang

Bayer meldet neue Finerenon-Daten, steigende Kerendia-Erlöse und bestätigt die Jahresziele. Der Glyphosat-Vergleich bleibt weiterhin offen.

Die Kernpunkte:
  • Kerendia-Umsatz steigt um 75 Prozent
  • Finerenon bremst Nierenfunktionsverlust
  • Jahresprognose bleibt unverändert bestehen
  • Glyphosat-Anhörung auf September verschoben

Bayer rückt sein Herz-Nieren-Medikament Kerendia in den Mittelpunkt der laufenden Kardiologenwoche. Auf der ESC-Konferenz in München, die noch bis zum 31. August läuft, stellt der Konzern insgesamt elf Präsentationen zu kardiovaskulären, Nieren- und Schlaganfall-Programmen vor.

Am Sonntag präsentierte Bayer neue Studiendaten, wonach der Wirkstoff Finerenon den Rückgang der Nierenfunktion bei Patienten mit hypertensiver Nephropathie verlangsamt. Grundlage ist eine Subgruppenanalyse der Phase-III-Studie FIND-CKD, die eine zusätzliche Wirksamkeit oberhalb der bisherigen Standardtherapie zeigt.

Kerendia als Wachstumstreiber der Pharmasparte

Die neuen Daten fallen in eine Phase, in der Kerendia für Bayer bereits zum wichtigsten Wachstumsmotor im Pharmageschäft geworden ist. Im ersten Halbjahr erzielte das Medikament einen Umsatz von 603 Millionen Euro, ein Plus von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Während das übrige Pharma-Segment im zweiten Quartal weitgehend stagnierte, sticht Kerendia damit als eine der wenigen Wachstumsgeschichten innerhalb der Sparte heraus. Die jetzt vorgestellten Studienergebnisse zur chronischen Nierenerkrankung könnten das Einsatzspektrum des Medikaments weiter untermauern und die kommerzielle Basis verbreitern.

Insgesamt bleibt der Konzern operativ auf Kurs. Im zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz bereinigt um 2,2 Prozent auf 10,87 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA legte um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro zu. Der Core-Gewinn je Aktie sank dagegen um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro.

Für das Gesamthalbjahr weist Bayer einen Umsatz von 24,3 Milliarden Euro und ein EBITDA von 6,6 Milliarden Euro aus, jeweils mit Zuwächsen im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Jahresguidance bestätigte der Konzern unverändert: Umsatz zwischen 44,7 und 47,0 Milliarden Euro sowie ein Core-Ergebnis je Aktie von 4,10 bis 4,80 Euro.

Bilanz profitiert von Apollo-Deal

Ein Nebeneffekt der Kapitalzuführung durch die Apollo-verwalteten Fonds für das Verhütungsmittelgeschäft LARC zeigt sich in der Verschuldung: Bayer senkte die Erwartung für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende von zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro auf nun 29 bis 30 Milliarden Euro. Der Konzern behält bei dem Deal die Mehrheit und die operative Kontrolle, der Abschluss wird für das dritte Quartal erwartet.

Am Aktienmarkt zeigt sich das Bild vergleichsweise robust. Die Bayer-Aktie schloss am Montag bei 49,05 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn rund 33 Prozent im Plus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 53,86 Euro trennen das Papier knapp 9 Prozent, während der Abstand zum Jahrestief bei über 90 Prozent liegt – ein Hinweis auf die deutliche Erholung seit dem Herbsttief.

Der juristische Dauerbrenner Glyphosat bleibt derweil ungelöst: Die Anhörung zum Sammelvergleich wurde zuletzt auf den 14. September verschoben, nachdem Bayer und die Klägeranwälte gemeinsam eine Fristverlängerung zur Bearbeitung von Opt-out-Anträgen beantragt hatten.

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